
Wie sparen Skigebiete Energie und CO₂?
Jedes Unternehmen benötigt Energie, nicht nur die Skigebiete. Selbst auf der Couch liegen und eine Serie streamen kostet ordentlich Strom. Skifahren benötigt im Betrieb rund 18 kWh pro Tag und Gast. Dennoch unternehmen die Betreiber der Skigebiete viel, um den Energiebedarf und den CO₂-Ausstoß so gering wie möglich zu halten.
So setzen die Skigebiete beispielsweise exakte Schneehöhenmessungen ein, um den vorhandenen Schnee optimal zu nutzen und den genauen Bedarf zu ermitteln. Die Schneehöhenmessung per GPS reduziert den Energieeinsatz bei der Beschneiung um rund 10 Prozent und verbessert gleichzeitig die Pistenqualität.

Einsatz erneuerbarer Energien
Seit 2020 beziehen die vier größten Skigebiete Ökostrom. Im Winterbetrieb lag der Ökostromanteil 2021/22 insgesamt bei 87,6 Prozent. Der Bezug von Ökostrom reduziert die bilanziellen Emissionen des Strombezugs in den erfassten Anlagen deutlich.
In der Winterberger Remmeswiese steht seit 2009 eine 6.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage. Sie erzeugt Strom aus Sonnenenergie und speist ihn ins Netz ein. Sie leistet damit einen messbaren Beitrag zur erneuerbaren Stromerzeugung in der Region. Bei einem durchschnittlichen Sonnenertrag von 245.000 kWh pro Jahr beträgt die rechnerische CO₂-Einsparung etwa 146.000 Kilogramm. Die Anlage hat 1 Million Euro gekostet.
Finanziert hat das Projekt eine auf Initiative der Liftbetreiber gegründete Bürgerenergiegenossenschaft.
Auf vielen Dächern von Funktionsgebäuden in den Skigebieten gibt es weitere, kleinere Photovoltaikanlagen. Im Skiliftkarussell Winterberg gibt es neun dieser Anlagen. Sie haben beispielsweise im Jahr 2018 insgesamt 609.600 kWh erzeugt.
Beim Flutlicht kann moderne Technik den Liftbetreibern helfen, Energie zu sparen. Die erste Piste mit energiesparender und langlebiger LED-Technik steht am Köhlerhagen. Weitere folgten im Skiliftkarussell Winterberg.
Energieeffiziente Beschneiung
Schneeproduktion benötigt weniger Energie**,** als vielfach angenommen wird. Bei der klassischen Beschneiung wird die Kälte nicht technisch erzeugt, sondern durch natürliche Kältefenster genutzt. Energie benötigen vor allem Pumpen, Druckluft und Gebläse.
Moderne Schneeerzeuger arbeiten heute deutlich effizienter als frühere Gerätegenerationen. Neue Propellergeräte erzeugen bei gleichem Energieeinsatz etwa doppelt so viel Schnee wie vor 20 Jahren; Schneilanzen sogar etwa dreimal so viel wie Modelle vor 15 Jahren. Darum ersetzen die Liftbetreiber in der Wintersport-Arena Sauerland immer wieder ältere Geräte durch neue. Wo es geht, werden Schneilanzen eingesetzt. Sie benötigen weniger Energie als Propellergeräte, haben aber mehr Verluste durch Verwehungen.

Schneemanagement
Ganz gleich ob Naturschnee oder technisch erzeugt, Schnee ist ein wertvoller Rohstoff, der einer speziellen Bearbeitung bedarf, um den Beanspruchungen durch das Befahren, Temperaturen und Witterungseinflüssen optimal standzuhalten. Dazu gehört die richtigen Pistenpflege. Das allabendliche Walzen der Pisten spielt dabei eine große Rolle. Pistenwalzenfahrer sind Experten, die mit viel Wissen und Erfahrung zu Werke gehen. Denn die Schneedecke braucht eine der jeweiligen Temperatur und Witterung angepasste Behandlung, um Pistenqualität und Haltbarkeit in ein optimales Verhältnis zu bringen.
Zum ressourcenschonenden Umgang mit Schnee gehört auch eine entsprechende Vorarbeit. Die Sommerbewirtschaftung der Pisten spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie schnell die Liftbetreiber ihren Gästen eine gut präparierte Schneedecke bieten können. Ebenmäßige Wiesen ohne Mulden oder Fahrrinnen sind notwendig, um bereits bei wenig Schnee eine durchgehend gut befahrbare Piste herstellen zu können.

HVO-Kraftstoff
Eine weitere Maßnahme zur Senkung der CO₂-Emissionen ist der Einsatz von HVO100. Im Skiliftkarussell Winterberg werden die Pistenwalzen mit HVO100 betrieben. Der Einsatz von HVO100 statt fossilem Diesel kann die kraftstoffbezogenen CO₂-Emissionen der Pistenraupen im Betrieb um bis zu 90 Prozent reduzieren. Der bezogene HVO-Kraftstoff wird aus Abfallstoffen der Papierindustrie hergestellt.
Diese und weitere Maßnahmen helfen, den Betrieb Schritt für Schritt emissionsärmer, energieeffizienter und ressourcenschonender zu machen.
