
Wassermanagement
Nutzung oder „Verbrauch“?
Das für die Beschneiung in der Wintersport-Arena Sauerland benötigte Wasser ist Oberflächenwasser, meist aus Quellen und Bachläufen. Es wird im Sommer und Herbst in eigens angelegten Speicherteichen gesammelt. Nach der Schneeschmelze gelangt das Wasser zum weitaus größten Teil vor Ort wieder in Boden, Bäche und Grundwasser. Was verdunstet oder sublimiert, bleibt ebenfalls Teil des natürlichen Wasserkreislaufs.
Es handelt sich um sogenanntes „blaues“ Wasser. Dieser Begriff steht für Wasser, das für Bewässerung genutzt wird, ähnlich dem in der Landwirtschaft genutzten Wasser zur Bewässerung von Pflanzen. Im Gegensatz dazu meint „graues“ Wasser eine Nutzung, bei der das Wasser beispielsweise durch Düngemittel, Pestizide, Haushalts- oder Industrieabfälle beeinträchtigt wird, nur bedingt wiederverwendet werden kann und in der Regel wiederaufbereitet werden muss.
„Grünes“ Wasser steht für natürliche Niederschläge, auch in Form von Schnee.

Beschneiungswasser ist und bleibt klares, reines Wasser
Bei der Beschneiung werden dem Wasser keinerlei Zusätze beigefügt. Ähnlich wie beim natürlichen Schneefall gefrieren die Wassertröpfchen an der kalten Außenluft. Das für die Beschneiung benötigte Wasser wird durch den Beschneiungsprozess nicht verschmutzt und braucht keine Wiederaufbereitung. Nach der Schneeschmelze gelangt es in den natürlichen Wasserkreislauf zurück. Betrachten wir technisch erzeugten Schnee als „Produkt“, so endet seine Nutzung in einem natürlichen Prozess: Er schmilzt bei steigenden Temperaturen von selbst und gelangt wieder in den Wasserkreislauf – ohne zusätzlichen Energieeinsatz.
Ein kleiner Teil des Schnees kann durch Sublimation direkt vom festen Zustand in Wasserdampf übergehen. Auch dabei geht das Wasser nicht verloren, sondern bleibt Teil des natürlichen Wasserkreislaufs.

Wasserbedarf im Vergleich
- Der Schneetourismus nutzt für die Beschneiung vergleichsweise wenig Wasser: Im Winter 2021/22 wurden in der Wintersport-Arena Sauerland 532.000 m³ Wasser für die Beschneiung eingesetzt. Dabei entsteht kaum Abwasser.
- Für die Herstellung von Rindfleisch aus Intensivhaltung werden pro kg 5.991 Liter Wasser benötigt. Für Rindfleisch aus extensiver Weidehaltung sind es sogar 12.229 Liter.
- Auf einen Skigasttag entfallen 650 bis 850 Liter Wasser, woraus ein Ticketumsatz in Höhe von 30,45 € pro m³ resultiert.
- Für die Herstellung von 1 Maß Bier werden 300 Liter Wasser benötigt. Daraus resultieren 2,93 € Umsatz pro verbrauchtem Kubikmeter; dabei entsteht Abwasser.
- Die Herstellung von ½ Grillhähnchen benötigt 2.000 Liter und erzeugt 2,60 € Umsatz pro m³.
Speicherteiche in der Wintersport-Arena Sauerland
Die Speicherteiche der Wintersport-Arena Sauerland fassen zusammen rund 331.000 m³ Wasser.
Winterberg: 5 Teiche mit zusammen 220.000 Kubikmetern
Willingen: 1 Teich mit 50.000 Kubikmetern
Neuastenberg: 1 Teich mit 10.000 Kubikmetern
Altastenberg: 1 Teich mit 26.000 Kubikmetern
Bödefeld-Hunau: 1 Teich mit 7.000 Kubikmetern
Züschen: 1 Teich mit 5.000 Kubikmetern
Olpe-Fahlenscheid mit 5.000 Kubikmetern
Weitere kleinere Teiche mit insgesamt rund 8.000 Kubikmetern: 2 in Winterberg, 1 an der Ruhrquelle, 1 in Usseln, 1 in Schmallenberg
Zum Vergleich:
Der Hennesee bei Meschede hat 38,4 Millionen Kubikmeter Inhalt.
8 Talsperren im Sauerland mit Gesamtvolumen 463 Millionen Kubikmeter Inhalt.
Für die Grundbeschneiung der beschneiten Pisten werden rechnerisch rund 234.000 m³ Wasser benötigt. Das entspricht rund 0,6 Prozent des Volumens des Hennesees.
Für die Beschneiung wird Oberflächenwasser genutzt, kein Grundwasser. Nur kleine Anteile des für die Beschneiung genutzten Wassers werden aus dem Trinkwassernetz entnommen. Die Trinkwasserversorgung hat Vorrang. Kleine Anteile aus dem Trinkwassernetz werden im Fall einer Trinkwasserknappheit nicht für die Beschneiung genutzt.
