Geöffnete Pisten & Loipen

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Wie funktioniert Pistenpflege und was bewirkt sie ?

Schön glatt soll die Piste sein, fest, aber nicht eisig. Viel Know-how, noch mehr Erfahrung und ein perfektes Zusammenspiel von Schneemeister und Pistenraupenfahrer sind notwendig, um die beste Pistenqualität und Haltbarkeit des wertvollen Rohstoffs Schnee sicherzustellen. Eine ganze Flotte dieser Hochleistungsmaschinen ist in den Abendstunden in den Skigebieten unterwegs. 

 

Feste Pisten: Das Gefrieren

Um über den Tag hinweg den Beanspruchungen standhalten zu können, muss die Piste eine gewisse Festigkeit haben. Zwei unterschiedliche Prozesse sind dafür verantwortlich, dass Schnee hart oder fest wird. Der eine ist der bekannte Vorgang des Gefrierens. Wenn sich Schnee auf null Grad und darüber erwärmt, schmilzt er und wir zu Wasser. Kühlt sich das Wasser wieder auf unter null Grad herab, wird es zu Eis. Befindet sich also ein Schnee-Wasser-Gemisch auf der Piste, entsteht bei unter null Grad eine feste Piste. Je nach Wasseranteil wird die Piste hart bis eisig. Dies machen sich Veranstalter von Weltcup-Rennen zunutze. Liegen die Temperaturen unter null Grad, tränken sie die Piste mit Wasser und erhalten die gewünschte Rennpiste. Für den normalen Skifahrer ist die Piste allerdings zu schwer zu fahren. Bei der Pistenpräparation für den Breitensport ist darum meist der zweite Prozess, das Sintern, hilfreich. Eine Ausnahme ist die Pistenpräparierung bei feuchtem Frühlingsschnee.

 

Feste Piste: Das Sintern

Der Begriff Sintern steht für ein Verfahren aus der Metallverarbeitung. Auf den Schnee bezogen bedeutet das: Kleinere Eispartikel verbinden sich zu größeren Einheiten. Dabei verschwinden Versetzungen im Kristallgefüge, die beim Aufeinandertreffen von Schneeflocken entstanden sind. Es laufen Prozesse ab, in denen die Eiskristalle miteinander verschmelzen, also zusammensintern.

 

Physikalisch strebt jede Schneeflocke die Kugelgestalt an, um auf diese Weise ihre Grenzfläche zu minimieren. Sobald der Schnee gelandet ist, berühren sich die Flocken noch ziemlich locker. Bald sackt der Schnee unter dem eigenen Gewicht ein wenig zusammen. Die einander berührenden Kristalle verbinden sich neu und geben dabei Grenzflächenenergie an die Umgebung ab. Der Schnee verfestigt sich und kühlt dabei herab. 


Der richtige Zeitpunkt zum Präparieren

Der beste Zeitpunkt zum Präparieren ist kurz vor dem Gefrieren. Wird zu früh präpariert, gelangt das Wasser an die Oberfläche. Die Piste wird eisig. Wird der Schnee erst gefräst, wenn er bereits durchgefroren ist, entstehen zu grobe Körner. Der Schnee kann schlecht sintern. Meist sind die Pistenwalzen in den Abendstunden aktiv. Bei Neuschnee wird in den Morgenstunden meist erneut präpariert. Zwischen Tagesbetrieb und Flutlicht ebenfalls.

 

Drei Punkte sind zu beachten, um zu entscheiden, wann präpariert werden sollte: Ob der Schnee trocken oder nass ist, ob er sich in den nächsten Stunden abkühlt oder erwärmt, und ob es in den nächsten Stunden weiteren Niederschlag geben wird. Der beste Zeitpunkt ist der Abend. Wenn die Luft über Nacht abkühlt, muss möglichst früh präpariert werden. Steht eine Erwärmung bevor, kann es sinnvoll sein zu warten. Denn weicher Schnee lässt sich besser bearbeiten als sehr fester. 


Auch die beste Präparierung hat Grenzen

Schwierig ist es, wenn in der Nacht Schnee gefallen ist. Denn egal wie die Entscheidung ist, es werden unbefriedigende Ergebnisse entstehen. Da die Sinterzeit bis zum Start des Tagesbetriebs nicht eingehalten werden kann, ist die Piste nicht robust genug. Würde nicht präpariert, müsste sich der Skifahrer im lockeren Neuschnee bewegen, was die Pisten langsam und schwer zu fahren macht. Eine unlösbare Herausforderung.

 

Kaum etwas verbessern kann das Präparieren bei sehr weichem, nassem Schnee, wenn keine Abkühlung in Sicht ist. Denn dann ist eine Verfestigung nicht möglich. Bereits nach einem halben Tag sind die Pisten sehr beansprucht. In solchen Situationen fällt darum die Entscheidung, nicht zu präparieren, um den Schnee nicht noch weiter aufzulockern. Denn dann würde ihm das Befahren noch stärker zusetzen als ohne Präparierung.

 

Pistenpräparierung ist eine Art Wissenschaft. Die Pistenwalzenfahrer in den Skigebieten sind erfahrene Experten, die mit viel Know-how an die Arbeit gehen und in jeder Situation versuchen, das für den Gast optimale Ergebnis herzustellen.