Geöffnete Pisten & Loipen

0 km Pisten
0 Lift(e)
0,0 km Loipen

Blick nach vorne: Bewerbungen um zwei Förderprojekte

 

Nach zwei wirtschaftlich verheerenden Wintern werden in der Wintersport-Arena Sauerland die Karten neu gemischt. Ein Rückblick, ein frisch gewählter Vorstand und zwei innovative Projekte der Zukunft standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung.

 

Nach einem viel zu milden Winter folgte der zurückliegende Lockdown-Winter – mit „Bilderbuchwetter“, wie es sich der Wintertourismus kaum besser hätte wünschen können. Über 130 Skitage hätten die hoch gelegenen, beschneiten Skigebiete erleben können. Gebiete ohne Beschneiung in den mittleren Lagen wären immerhin auf 40 bis 50 Tage gekommen. Die Statistik weist den kälteten April seit 35 Jahren aus. Diese bittere Bilanz zeigte der Rückblick auf die zurückliegenden Wintermonate.

 

Umso wichtiger ist es den Betreibern von Liften und Loipen nach vorn zu schauen und die Herausforderungen der Zukunft anzugehen. Dabei stehen zwei Projekte im Vordergrund. Die Teilnahme beim Förderprojekt AIR ist bereits beantragt. Für rund 3,7 Millionen Euro soll Künstliche Intelligenz (KI) in verschiedenen Regionen dazu beitragen, Staus und Parkplatzprobleme zu reduzieren. Eine der teilnehmenden Regionen ist das Sauerland und mit ihm die Wintersport-Arena. Ein intelligentes System soll starken Anreiseverkehr und gefüllte Parkplätze erfassen und dem Gast Ausweichempfehlungen aufs Handy spielen. Rund 130.000 Euro Eigenanteil der Wintersport-Arena sollen zu 60 Prozent gefördert werden. Das Projektbüro ist optimistisch. Wenn die Zusage kommt, können die geplanten Aktionen im Januar starten. Seine volle Wirkung könnte das System dann im Winter 2023/2024 entfalten.

 

Das Thema Nachhaltigkeit ist das zweite wichtige Tätigkeitsgebiet. Dabei hofft die Wintersport-Arena Sauerland auf eine Förderung durch die Regionale 2025. Ein erster Workshop, der die Schwerpunkte der beteiligten Orte und Skigebiete erfasst hat, hat bereits stattgefunden. Im Mittelpunkt der Nachhaltigkeit sollen die Klimaneutralität bis 2030 und die ganzjährige Attraktivierung der Skigebiete stehen. Um dies zu erreichen, gibt es Überlegungen zur Energiegewinnung durch Nutzung der Lageenergie zwischen Speicherseen in unterschiedlicher Höhe, die Ausweitung von Gründächer sowie Photovoltaikanlagen auf Funktionsgebäuden und die Verbesserung des Wirkungsgrads von Seilbahnen und Beschneiungsanlagen. Geprüft werden Möglichkeiten zum Bau einer urbanen Seilbahn zur Verkehrsreduzierung und Besucherlenkung.

 

Christoph Schrahe von der Agentur Montenius Consult aus Köln und einer der Mitautoren des Masterplans Wintersport-Arena vor 20 Jahren ließ die Teilnehmer an seinen Gedanken zu einer nachhaltigen Zukunft des Wintersports teilhaben. Snow Farming, das Übersommern des Schnees bis zum nächsten Winter, stellte er vor einen historischen Hintergrund. Das Einlagern von Eis und Schnee war in früheren Zeiten ohne Kühlschrank eine übliche Maßnahme, um Lebensmittel im Sommer kalt und frisch zu halten. Naturschneeskigebiete könnten möglicherweise eine Art Revival erleben, was das Sterben der kleinen Skigebiete aufhalten könnte. Nachhaltige Baustoffe wie Holz könnten stärker bei Funktionsgebäuden, aber auch beim Liftbau genutzt werden. Premiumparkplätze für Busse und Fahrgemeinschaften und vieles mehr brachte er zur Sprache.

 

Bei dem Vortrag wurde deutlich, dass viele Maßnahmen unterschiedlichen Perspektiven unterliegen, die in der Öffentlichkeit allerdings nicht ausgewogen vertreten werden. Dies führe zu einem verzerrten Bild des Wintersports. So schaffe China beispielsweise aktuell Skigebiete, da sie der Volksgesundheit dienten. Tourengeher, die die Nähe zur Natur schätzen und Lifte meiden, störten das Gleichgewicht in den Wäldern, während Pisten, die sportliche Nutzung auf überschaubarem Raum bündeln.

 

Die Verantwortlichen wollen nun diskutieren, ob und was aus diesem Impulsvortrag geeignet ist, in den Förderantrag mit aufgenommen zu werden. In wenigen Wochen soll der Antrag auf den ersten Stern gestellt werden. Zur Teilnahme sind insgesamt drei Sterne erforderlich.

 

Bei den Vorstandswahlen wurden im Amt bestätigt:

Michael Beckmann, Bürgermeister Winterberg, als erster Vorsitzender

Christoph Koch, Stadtverwaltung Bad Berleburg, als erster Stellvertreter

Christoph Klante, Skiliftkarussell Winterberg, Beisitzer

Christian Rummel, Skigebiet Willingen, Beisitzer

Christian Lingemann, Skigebiet Bödefeld-Hunau, Beisitzer

Karl-Heinz Krömpke, Westdeutscher Skiverband, Beisitzer

Frank Linnekugel, Hochsauerlandkreis, Beisitzer

Andreas Bernshausen, Kreis Siegen-Wittgenstein, Beisitzer

Thorsten Schulte, Schmallenberger Sauerland Tourismus, übernimmt für Hubertus Schmidt das Amt des zweiten stellvertreten Vorsitzenden