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„Winterberger Eiszeit“: Hochmoderne Technik, 70 km lange Leitung und viel Handarbeit

Früher Saisonstart nach Vereisung der Bobbahn


Es ist jedes Jahr eine hochinteressante und spannende Herausforderung für Stefan Knipschild und sein Team. In Winterberg sind die Vorbereitungen für die Vereisung der VELTINS-EisArena abgeschlossen. Die „Winterberger Eiszeit“ hat begnonnen. Am 2. Oktober, dem ersten Betriebstag. Dann startet der Lehrgang für die besten bundesdeutschen Bob- und Skeleton-Sportler.

„Natürlich wollen wir ihnen die besten Bedingungen bieten“, betont Bahnmeister Stephan Knipschild. Dazu sind neben einer Menge hochmoderner Technik und einem 70 km langen Ammoniak-Leitungssystem auch und besonders handwerkliche Fähigkeiten in der Eisaufbereitung nötig. Natürlich spielt auch das Wetter eine wichtige Rolle.

Derzeit werden die Kälteanlage und die Gaswarnanlage im Maschinenraum der VELTINS-EisArena gewartet und für die Inbetriebnahme vorbereitet. „Neben der Wartung werden beide Anlagen auch probeweise angeschmissen, um sie betriebsbereit zu halten“, betont Knipschild. Am Wochenende (24./25. September) ging es dann richtig los. Die Kältemaschinen wurden eingeschaltet, und die Bahn wird schrittweise heruntergekühlt. Grundlage ist das Ammoniak- Leitungssystem. Durch die kilometerlangen Rohre wird die Kühlflüssigkeit gepresst, die aufgrund eines chemisch-physikalischen Prozesses verdampft. „Das flüssige Ammoniak verwandelt sich in einen gasförmigen Zustand, dadurch entsteht die notwenige Kälte zur Kühlung der Bahn.“ Da die Eis-Arena vom Start bis zum Ziel einen Höhenunterschied von 110 Metern aufweist, ist das Leitungssystem in 43 Segmente aufgeteilt. „Wir können jedes Segment einzeln ansteuern und so eventuelle Unterschiede ausgleichen.“

Die Bahn wird in dieser Zeit auf minus neun bis zwölf Grad heruntergekühlt. Die Folge ist die Bildung von Raureif. Schon am Montag wurden die ersten Spuren sichtbar. Dann begann die ganz „heiße“ Phase der Eineisung. Mit Schläuchen und feinen Düsen wurde feiner Wassernebel aufgetragen, das drei Tage lang, rund um die Uhr. Alle 50 Meter ist ein Wasseranschluss installiert. Aus dem Reif bildet sich nach und nach eine Eisschicht. Und hier spielt das Wetter eine wichtige Rolle. Je kälter die Witterung und das Eis sind, umso mehr Reif bildet sich. Andererseits lässt warme Witterung das „Eis davonlaufen“, wie Knipschild es bezeichnet. „Da die Bahn aber weitgehend überdacht ist, haben wir praktisch einen geschlossenen Wetterschutz, um die notwendige Kälte in der Bahn zu halten. Das Schlimmste ist aber warmer Wind, der ist tödlich fürs Eis.“

Ist die Eisschicht aufgetragen, beginnt die Handarbeit, die viel Kraft, Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert. Das Eis wird von Knipschild und seiner Crew per Hand mit einem Hobel geglättet und profiliert – Stück für Stück, Zentimeter für Zentimeter, Feinschliff eben. Eine besondere Herausforderung sind dabei die Kurvenprofile.

Läuft alles nach Plan, sollen am 30. September/1. Oktober die ersten Testfahren auf dem drei bis vier Zentimeter starken Eis stattfinden, ehe es am 2. Oktober für die beiden Cheftrainer René Spies (Bob) und Jens Müller (Skeleton) und ihren Teams heißt: „Die Bahn ist frei. Die Olympia-Saison kann endgültig in der hervorragend präparierten VETINS-EisArena beginnen.“

Pistenqualität und Schneesicherheit stehen im Vordergrund

Skigebiete in der Wintersport-Arena investieren rund fünf Millionen Euro


Es hat sich viel getan in den Skigebieten. Auch in den Sommermonaten wird geplant, gebaut und renoviert. In diesem Jahr investieren die Liftbetreiber in der Wintersport-Arena Sauerland rund fünf Millionen Euro. Mit neuen Transportbändern, Schnee-Erzeugern und Pistenwalzen steigt die Pistenqualität in den Skigebieten weiter deutlich an.

Weit über 100 Millionen Euro sind seit Anfang des Jahrtausends alleine in den direkten Ausbau der Skigebiete geflossen. Seitdem gab es kaum ein Jahr, in dem in den großen Skigebieten nicht mindestens ein Sessellift gebaut wurde. Die Beförderungskapazitäten sind dort entsprechend weit ausgebaut und auf hochmodernem Stand. Gezielt und an bestimmten Punkten wollen die Betreiber dennoch Optimierungen vornehmen. So soll im Skigebiet Willingen ein neues Förderband für Rodler und Kinder an der Dorfwiese entstehen. Im Skiliftkarussell Winterberg wird ein Förderband den Schlepplift am Poppenberg ersetzen. Das Zweite wird im kommenden Winter Rodler und Skifahrer am Käppchenhang befördern. Ebenfalls an die Rodler gedacht haben die Betreiber im m Skikarussell Altastenberg. Arbeiten im Startbereich des Rodelhangs machen das Gelände noch leichter zu befahren und sicherer.

Pistenqualität macht einen Sprung nach vorn
Wintersportler haben einen hohen Anspruch an Schneesicherheit und Pistenqualität. Moderne Pistenpflegegeräte sind PS-starke Hightech-Maschinen, die auch in schwierigen Schneesituationen gute Qualität erzielen. Walzen, fräsen, glätten – alles in einem Arbeitsgang. Im Skiliftkarussell Winterberg sind im kommenden Winter drei neue Pistenwalzen im Einsatz. Auch das Skigebiet Bödefeld-Hunau schafft einen Pistenbully an. Und das Skigebiet Willingen und das Skidorf Neuastenberg haben je eine neue Windenwalze zum Präparieren der schwierigen Steilstücke geordert. Dadurch steigt in vielen Bereichen die Pistenqualität deutlich.

Weiter steigende Schneesicherheit
An der Beschneiungssituation wird derzeit in allen Skigebieten gearbeitet. Das Skiliftkarussell Winterberg schafft 20 moderne, energiesparende Schnee-Erzeuger an und ersetzt damit teils alte Geräte. Das Skidorf Neuastenberg und der Schmallenberger Höhenlift optimieren ihre Beschneiungsanlagen. Teils durch Ausbau der Pumpen und Rohe, teils durch neue Geräte. Das Skikarussell Altastenberg erweitert das Rohrleitungsnetz, legt neue Anschlussstellen an, schafft sechs neue Schnee-Erzeuger an und schafft dadurch eine Kapazitätserweiterung um 25 Prozent. Auch das Skigebiet Willingen hat einige neue Schneekanonen angeschafft.

Die Snowboard-Youngsters wird’s freuen: Der Funpark im Skidorf Neuastenberg heißt ab sofort Funslope Park Postwiese. Neu ist darin ein Slopestyle-Parcours für Anfänger, der auch für Kinder befahrbar ist. So zelebrieren nicht nur Free-Ski und Snowboard-Cracks ihre Moves, auch weniger erfahrene Gäste tasten sich heran.

Einkehren und genießen
Urige Skihütten oder mondäne Gasthäuser: Das Angebot in den Skigebieten ist vielfältig – und der Betrieb einer Skihütte ist oftmals zu einem wichtigen Nebenerwerb geworden. Im Skigebiet Winterberg wird zurzeit die Skihütten Wies’n Wirt in der Remmeswiese neu gebaut. Gleich nebenan entsteht ein neues Skischulgebäude und gegenüber dem Flutlichthang wird die Skihütte „Gockelstall“ ausgebaut. Auch in den kleineren Skigebieten tut sich gastronomisch einiges. So verbessert das Glück-auf-Skigebiet Langewiese sein Angebot. Das Skigebiet Bödefeld-Hunau errichtet im Bereich des mittleren Hangstücks die Schneebar mit Gelegenheit zum Genießen und Relaxen in Liegestühlen bei House- und Clubmusik.

Die lang geplante Verbindung der zwei Skiberge in Willingen schreitet voran, wird aber im kommenden Winter noch nicht zum Zuge kommen. Erst im Winter 2018/19 wird sie fertig sein. Der Bau der Verbindung über den Köhlerhagen mittels eines Achter-Sessellifts startet im Frühjahr 2018.

Wichtige Eckpunkte des Veranstaltungskalenders der kommenden Saison stehen ebenfalls fest:

15.11. – 18.11. IBSF Europa Cup Skeleton, Winterberg
21.11. – 26.11. Viessmann Rennrodel-Weltcup. BMW Sprint-Weltcup, Winterberg
05.12. – 10.12. BMW IBSF Weltcup Bob+Skeleton pres. by VELTINS, Winterberg
16.12. – 17.12. Blankenburger Raubgrafen Pokal (Rennrodel), Winterberg
20.12. – 23.12. Deutsche Meisterschaft Skeleton, Winterberg
26.12. Saison-Eröffnungsparty, Skigebiet Bödefeld-Hunau
31.12. Flutlicht-Nacht mit Feuerwerk, Skidorf Neuastenberg
31.12. Silvesterlauf im Skilanglaufgebiet Auf der Steinert bei Girkhausen
09.01. – 14.01. IBSF Europa Cup Bob, Winterberg
15.01. – 21.01. FIL Junioren Weltcup Rennrodel, Winterberg
21.01. Kids World Snow Day in der Skischule Neuastenberg
25.01. – 28.01 Jugend B- Cup Rennrodel, Winterberg
26.01. Flutlichtparty, Skigebiet Willingen
28.01. Veranstaltung im Funslope-Park, Skidorf Neustenberg
Januar Westdt. Meisterschaft, Skilanglaufgebiet Auf der Steinert, Girkhausen
02.02. – 04.02. Weltcup-Skispringen, Willingen
03./04.02. Deutschlandpokal im Skilanglaufgebiet Pastorenwiese Wunderthausen

Verantwortungsvolle Aufgaben für die Zeitnehmer

Sicherheit steht an erster Stelle in der Veltins EisArena


Es sind spannende Aufgaben an einem attraktiven Arbeitsplatz mit einem hohen Maß an Verantwortung und technischem Know-how. Dietmar Sonntag und Lothar Neu sind seit zahlreichen Jahren die Zeitnehmer in der VELTINS- EisArena und ein eingespieltes Team. Sie haben ihre Finger aber nicht nur „am Puls der Trainings- und Wettkampfzeiten“, ihre Arbeit ist weitaus komplexer. „Vom sportlichen Ablauf her sind wir die Zentrale und führen die Regie“, sagt Sonntag.

„Zudem sorgen wir für die Sicherheit der Sportler und Zuschauer. Das ist eine extrem wichtige Aufgabe. Sie steht an erster Stelle. Während der Trainingszeiten sind wir auch Bahnsprecher.“ Wenn Sonntag und Neu über ihre Arbeit sprechen, dann spürt man die Begeisterung für ihren Job. „Natürlich wird ein Höchstmaß an Konzentration gefordert, das ist manchmal schon anstrengend, eine gewisse Lockerheit sollte man aber nicht verlieren“, meint Neu. „Wichtig ist technisches Grundwissen, das den Zugriff auf die faszinierende, digitale Zeitmessung ermöglicht.“ Die Basis dafür haben die beiden in ihren früheren Berufen bzw. im Studium gelegt. Der 68-jährige Lothar Neu geht in seine 18. Saison an der Bahn, er war früher Fernmeldetechniker und Betriebsrat bei der Telekom. Der 53-jährige Dietmar Sonntag ist jetzt 25 Jahre „an der Bahn“, wie er sagt. „Während meines Studiums der Elektrotechnik habe ich hier gejobbt. Die Grundtechnik, die hinter der Zeitmessung steht, habe ich im Studium gelernt.“

Ihr Arbeitsplatz im Funktionsgebäude der Zielarena, dem „Herzen der Bahn“, ist ein hochmoderner Raum mit einem Regiepult für die digitale Zeitmessung und einer riesigen Monitorwand, die auf der Grundlage von 69 Videokameras die Eis-Röhre und das gesamte Bahngelände haargenau erfasst. Wenn man so will, können die Kameras jede herumlaufende Maus erkennen. „Mit unserem System sind wir mindestens auf dem gleichen Stand wie die aktuelle Olympia-Bahn, das ist Hightech pur“, betont Sonntag. „Der genaue Einblick ist von großer Bedeutung, schließlich geht es um die Sicherheit der Sportler und Zuschauer. Wir müssen die Bahn im Blick haben.“

Ihr Arbeit in der Saison, die am 2. Oktober mit dem Lehrgang des deutschen Bob- und Skeleton-A-Kaders startet, ist fest umrissen. Sonntag und Neu organisieren gemeinsam mit den Trainern und Funktionären den Trainingsablauf und Trainingsbetrieb. Sie erstellen die Startlisten, verlesen die Namen, beobachten die Monitore und geben für jeden Sportler die Startfreigabe mit den Worten: „Die Bahn ist frei.“ „Die Sicherheitsfreigabe ist entscheidend. Wir halten Kontakt zu den Bahnarbeitern und ehrenamtlichen Helfern und vergewissern uns, dass die Bahn frei ist“, erklärt Sonntag weiter. „Erst dann geben wir den Start frei. Man kann das in etwa mit der Arbeit der Fluglotsen vergleichen. Es geht also darum, den Wettbewerb sicher, ordnungsgemäß und flüssig zu lenken.“

Nach der Freigabe der Bahn wird für den Sportler im Startbereich die Ampel auf Grün geschaltet. „Jeder Sportler ist in der Software der Zeitnahme vorgelegt“, so Neu. „Mit dem Knopf auf Grün beginnt die Zeitnahme, an der alles hängt.“ Die Sportler haben aber noch eine gewisse Zeitspanne bis zum Start. Für Rodeln (Einsitzer) und Skeleton sind das 30 Sekunden, für die Rodel-Doppelsitzer 45 und für die Bob- Sportler 60 Sekunden. Mit der Durchfahrt der ersten Lichtschranke beginnt die Zeitmessung. „Wir haben eine fliegende Zeitnahme. Wenn der erste Sportler gefahren ist, läuft der Rhythmus.“ Gleichzeitig laufen auch die großen Videowände in der Arena mit Bild und Zeit sowie das Internet, das immer größere Bedeutung gewinnt. Während des Trainings sind Sonntag und Neu auch Bahnsprecher und Kommentatoren mit Start-, Zwischen- und Endzeiten. „Im Training geben wir die Taktung der Starts vor“, erklärt Sonntag. „Bei den Weltcups, wenn die Ü-Wagen der TV-Anstalten angeschlossen sind, sind die Fernseh-Regisseure am Zug. In der Regel beträgt die Taktung zwei Minuten.“

Die hochkomplexe, digitale Zeitmessung ermöglicht es, dass unmittelbar nach der letzten Zielankunft, wenn die letzte Lichtschranke durchfahren ist, die Ergebnisse erfasst sind. „Die Daten liegen digital bereit, werden für den Druck vorbereitet und sind nach rund 20 Sekunden abrufbar“, sagt Neu. „Wir erstellen buchstäblich ein Messprotokoll“, fügt Sonntag hinzu. „Innerhalb von fünf Minuten müssen eventuelle Proteste eingegangen sein.“ Die digitale Zeitmessung hat aber ab und zu mit den Tücken der Witterung zu kämpfen. „Beispielsweise durch Schneeflocken kann die Zeitnahme an den Lichtschranken ausgelöst werden“, so Sonntag. „Da müssen wir auf der Hut sein und mit den Bahnarbeitern dafür sorgen, dass die Lichtschranken schneefrei sind.“

Sonntag und Neu bereitet die Arbeit in der VELTINS-EisArena große Freude. „Wo hat man schon einen Arbeitsplatz, wo man hochaktuelle Technik bedienen kann und Kontakt zu absoluten Weltklasse-Athleten hat? Die meisten kennen wir von klein an und haben ihren Weg begleitet. Wir verstehen uns mit den Sportlern, Trainern und Funktionären sehr gut. Winterberg hat schon seinen Stellenwert im Kufensport.“ Sonntag und Neu sind seit Jahren im Amt und haben große Erfahrungen gesammelt, die sie an die ihren beiden neuen Kollegen, Rainer Braun und Thomas Zimmermann, weitergeben und diese einarbeiten. Sonntag freut sich indes auf eine besondere Aufgabe: Er ist bei den Olympischen Winterspielen im Februar 2018 in Pyeongchang dabei – als Zeitnehmer im Team von Swiss Timing. Es sind bereits seine vierten Olympischen Spiele.

Neue Panoramakarte und neues Webportal im kommenden Winter

Drei neue Mitglieder ziehen in den Vorstand der Wintersport-Arena Sauerland ein

Vertreter der Orte, Vereine und Liftgesellschaften der Wintersport-Arena Sauerland trafen sich zur alljährlichen Mitgliederversammlung. Vorstandswahlen, Marketingaktivitäten und ein Vortrag des Vorstandsvorsitzenden der Ski Zürs AG standen im Mittelpunkt.

Rund 110 Millionen Euro Investitionen seit Gründung haben die Region weit voran gebracht. Während die Skigebiete immer wieder Millionen in die Hand nehmen, um Beförderungskapazitäten und Pistenqualität zu verbessern, feilt die Wintersport-Arena Sauerland/Siegerland-Wittgenstein e.V. an der Präsentation der Angebote. So soll für die kommende Saison eine neue Panoramakarte fertig sein, die übersichtlicher und genauer als zuvor dem Gast die Skigebiete und Orte vor Augen führt. Rund 10.000 Euro kostet das handgezeichnete Werk, das das Kerngebiet kompakt zeigt und den Ticketverbund der Wintersport-Arena Card in den Vordergrund stellt. Ebenso soll es im kommenden Winter ein neues Webportal geben. Es soll das Hauptportal mit dem Nordicsport-Portal und dem Newsroom zusammenführen.

Der im Jahr zuvor frisch gegründete Nordicsport-Arena e. V. hat sich im letzten Winter bewährt. Auf freiwilliger Basis gingen Mitgliedsbeiträge und Spenden zur Finanzierung des nordischen Wintersports ein. Daran will der Verein weiter arbeiten und für die kommende Saison Mehrwerte herausarbeiten, die Wintersportler motivieren sollen, Mitglied zu werden.

Auf der To-Do-Liste der Wintersport-Arena Sauerland stehen weitere Punkte. „Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Skifahren in den Schulsport integriert wird. Genauso wichtig ist die Förderung der kleinen Skigbiete“, betont Michael Beckmann, Vorsitzender der Wintersport-Arena Sauerland. Ebenso wolle die Wintersport-Arena politische Lobbyarbeit bei der neuen Landesregierung leisten, um womöglich Winterferien in Nordrhein-Westfalen zu etablieren.

Das Hauptentscheidungsmerkmal, welches Skigebiet er bereits, ist für den Gast die Anzahl der Pisten und Lifte. Die Größe des zusammenhängenden Lifterbundes ist darum eines der wichtigsten Mittel, sich im Wettbewerb zu behaupten. Philip Zangerl, Vorstandsvorsitzender der Zürs AG berichtete darüber, wie im Vorwinter die Verbindung zwischen Zürs und Stuben/Rauz von langer Hand geplant und umgesetzt wurde. Das beeindruckende Bauvorhaben verbindet die Skigebiete am Arlberg zum größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs. Der Gast findet dort 305 zusammenhängende Pistenkilometer.

Bei den Vorstandswahlen wurden drei neue Mitglieder einstimmig gewählt. Monika Dombrowsky vom Kreis Siegerland-Wittgestein löst die langjährig tätige Roswitha Still ab. Für den ehemaligen Vorsitzenden und langjähriges Vorstandsmitglied Ulrich Bork rückt Frank Linnekugel vom Hochsauerlandkreis nach. Und Christian Lingemann vom Skigebiet Bödefeld-Hunau löst Otmar Hillebrand ab.

Vorfreude auf frühen Saisonstart im Oktober

VELTINS-EisArena bereitet sich auf die Saison vor

Die Planungen und Arbeiten laufen auf Hochtouren. Bis zum offiziellen Saisonstart am 2. Oktober 2017 muss die hochmoderne VELTINS- EisArena in Winterberg startklar sein. „Wir sind Dienstleister und wollen dem Sport die Bahn in einem möglichst optimalen Zustand präsentieren”, sagt Stefan Knipschild. Er ist seit gut fünf Jahren Bahnmeister und hat auch in der eisfreien Zeit mit seinen vier Mitarbeitern alle Hände voll zu tun, um die Anlage „auf Vordermann zu bringen”. Ihm obliegt in diesen Tagen vor allem die Planung und Koordinierung der Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten der Anlage sowie der Trainings- und Wettkampfzeiten. Außerdem sucht er dringend Saison-Arbeitskräfte. „90 Prozent meiner Arbeit verbringe ich im Büro.”

Stefan Knipschild ist derzeit ein gefragter Mann. Ihn erreichen Anfragen aus aller Welt, wie er sagt. Es geht um die Bahnbelegung während der Winterberger Bahnsaison, die bis Anfang Februar 2018, dem Beginn der Olympischen Spiele in Pyeongchang, dauert. „Der Wettkampfkalender steht, jetzt müssen Lehrgänge und Trainingszeiten koordiniert werden.” Den Anfang macht ab 2. Oktober die deutsche Bob- und Skeleton-Elite mit ihren Trainern René Spies und Jens Müller.

Parallel zu diesen Planungen und Absprachen geht es um die Instandsetzung des gesamten Bahnkörpers. So müssen die Holzabweiser in der Bahn kontrolliert, gestrichen und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Auch Arbeiten an den Gebäuden im Gelände stehen an. Die Kälteanlage wird unter die Lupe genommen. Das gilt auch für die Beleuchtungsanlage. Im Bau ist derzeit eine Toranlage auf dem Ü-Wagenstellplatz. Große Fortschritte hat die Erneuerung der Ventilstationen in den insgesamt 42 Bahnsegmenten gemacht. „Geplant waren für diese bedeutende Maßnahme vier Jahre. Jetzt sind wir wahrscheinlich Ende des Monats, also nach drei Jahren, fertig”, erklärt der erfahrene Bahnmeister.

In bestimmten Abständen steht auch eine Vielzahl von Prüfungen an. So wird alle zwei Jahre die Statik des Bahnkörpers untersucht. Auf der Agenda stehen auch die sicherheitstechnische Begutachtung der Kälteanlage, die Prüfung der Rohrleitungen der Kälteanlage oder der Elektroinstallation. „Aus allen Prüfungen entsteht ein zu erledigender Maßnahmenkatalog, meistens sind es Kleinigkeiten”, erzählt Knipschild. Neben den regelmäßigen und üblichen Prüfungen steht der Bahnmeister auch ständig mit der Geschäftsleitung sowie mit Baufirmen und Architekten in Kontakt. Hier laufen im Hintergrund permanent Gespräche, in denen künftige Projekte geplant und neue Ideen ausführlich besprochen werden. Aktuell denken die Verantwortlichen zum Beispiel über neue Rodeleinstiege für den VELTINS-Kreisel (Kurve 7) und die Kurve 5 nach. Auch eine Überdachung des Parc fermé am Starthaus 2 ist in Planung und würde am Ende sicher die Bahnmitarbeiter, aber auch die Sportler und Trainer freuen. Auch wenn diese ganzen Überlegungen bislang noch Zukunftsmusik sind – sie brauchen Zeit und von der hat Bahnmeister Knipschild im Sommer dann doch etwas mehr als im Winter während der Saison.

Ein anderes Thema bereitet Stefan Knipschild aber „große Sorgen”: Für die Eis- Saison werden neben den vier ganzjährig beschäftigten Mitarbeitern händeringend Saison-Arbeitskräfte gesucht. Sechs bis acht in Voll- oder Teilzeit sollen es sein. Sie müssen körperlich belastbar sein und Spaß an der Arbeit in einer bedeutenden Sportstätte haben, auch wenn die Schicht im Winterberger Eiskanal täglich früh morgens um 5.30 Uhr beginnt. Die Suche gestaltet sich aber als sehr schwierig.

„Wir führen Gespräche mit Firmen, um uns Arbeitskräfte zu teilen. Sechs Monate in der Firma, die anderen bei uns. Das Problem ist, dass das Engagement an der Bahn bereits im Oktober beginnt. Landschaftsgärtner beispielsweise sind in dieser Phase noch auf ihre Mitarbeiter angewiesen”, betont Knipschild. „Auch die Auftragsbücher anderer Betriebe sind voll, Arbeitskräfte sind dünn gesät.”

Unabhängig von dieser Sorge freuen sich Stefan Knipschild und seine Crew auf die Saison. „Im Sommer steigt die Vorfreude, dass es bald wieder losgeht”, sagt der Bahnmeister. „Es kribbelt.” Der Plan ist fest umrissen. Am 2. Oktober, dem ersten Betriebstag, muss das Eis stehen. Rund eine Woche vorher werden die Maschinen angeschmissen. Zwei Tage lang wird der Beton auf eine Betriebstemperatur von minus fünf bis sieben Grad runtergekühlt. Weitere fünf bis sechs Tage werden für die reine Vereisung benötigt. „Wir arbeiten viel mit Maschinen und haben die Eisstärke auf drei Zentimeter reduziert”, betont Knipschild weiter. „Dadurch sparen wir Personal und Energie.” Die Eisqualität in der VELTINS-EisArena wird von Athleten, Trainern und Funktionären sehr geschätzt. „Wenn der Wunsch nach einer zusätzlichen Wartung geäußert wird, erfüllen wir diesen. Die Sportler sollen optimale Bedingungen vorfinden”, erklärt Knipschild. Natürlich geht der Bahnmeister im Winter auch ins Eis.

„Es ist doch klar, dass ich mithelfe. Ich kann die Kälteanlage nur regeln, wenn ich mich von der Eisqualität überzeuge. Das Gefühl fürs Eis ist unabdingbar. Außerdem ist der direkte Kontakt mit den Trainern sehr wichtig”, weiß Knipschild. „Entscheidend ist, dass unser Eis allerhöchsten Ansprüchen genügt.”

„Skilanglauf“ im Sommer: Contests starten in der „grünen“ Wintersport-Arena

Deutschlandpokal-Auftakt Mitte Juli in Winterberg, Schmallenberg und Bad Berleburg

Mit langen Schwüngen und perfekter Balance gleiten die Sportler in zügigem Tempo dahin. Zuschauer feuern sie an – und fühlen sich unweigerlich an Eis und Schnee erinnert. Denn bei der Sommerkontrolle des Deutschlandpokals am 22. und 23. Juli ist Skilanglauf in der Wintersport-Arena Sauerland auch bei warmen Temperaturen lebendig.

Nach dem Motto „Der Winter wird im Sommer gemacht“ startet die nationale Rennserie bei Juli-Wetter an originalen Wintersport-Schauplätzen der Region. So das Skigebiet Sahnehang in Winterberg und das Skilanglaufzentrum Westfeld bei Schmallenberg. Wunderthausen zwischen Hallenberg und Bad Berleburg ist der Wintersport-Szene für sein Skilanglaufzentrum „Pastorenwiese“ bekannt. Überall dort präsentieren sich die Loipentrassen jetzt „in Grün“. Was die Ausrichter nicht davon abhält, ein spannendes Nordic-Event auf die Beine zu stellen.

Beim Sommertraining bewegen sich die Athleten auf Skirollern – schmale „Skates“, die an Langlaufskier erinnern und den Teilnehmern ähnlichen Körpereinsatz abverlangen. Ein anstrengendes Stück Arbeit steht ihnen denn auch gleich am Veranstaltungs-Samstag bevor. Wenn sie in Westfeld beim Skiroller-Rennen eine Runde durchs Dorf drehen und anschließend einen Berglauf hinauf zum Sahnehang am Kahlen Asten bewältigen, fließt der Schweiß in Strömen.

Am Sonntag kommen statt Rollern die eigenen Beine zum Einsatz: Ins Gelände geht’s beim Crosslauf auf der Pastorenwiese. Fürs Publikum ist der Massenstart der Läufer ein echtes Spektakel. Der Contest findet auf der neuen, von der FIS zugelassenen Wettkampfstrecke statt.

Vor allem Sportler der Gastgeber-Region dürfen an diesem Wochenende wohl auf große Unterstützung hoffen. Am Start sind Athleten des SC Oberhundem, SC Rückershausen und SK Wunderthausen. Bereits seit längerer Zeit bereiten sie sich auf die Herausforderung vor. Mit Argusaugen überwacht Rennleiter Jochen Behle die Wettbewerbe: Als Ex-Skilanglauf-Bundestrainer und heute Sportdirektor des Bundesstützpunktes Willingen-Winterberg passt er auf, dass alle Vorgaben eingehalten werden.

Die Sommer-Leistungskontrolle in der Wintersport-Arena Sauerland ist Auftakt zu einer Serie, die sich bis in den Winter hinein zieht. Zur Vorbereitung absolvieren die Sportler immer wieder intensive Trainingseinheiten, teilweise auf Schnee in Norwegen und in den Alpen, sowie eine zentrale Leistungskontrolle im September im thüringischen Oberhof. Auch die Langläufer der Skiklubs aus der Wintersport-Arena Sauerland nehmen daran teil. Kurz vor Weihnachten geht es dann in Oberwiesenthal zum ersten Mal in der neuen Saison auf Schnee. Am 3. und 4. Februar kehrt die Serie mit zwei Rennen auf die Pastorenwiese zurück – ein „Heimspiel“ für die Akteure aus der Region.

Ausrichter der Sommerleistungskontrolle ist der neu gegründete „Nordische Skiverein Rothaargebirge e.V.“ Der Zusammenschluss aller Skiklubs aus Wittgenstein und dem Sauerland, die leistungsorientierten Skilanglauf anbieten, ist zu Recht stolz, eine nationale Veranstaltung in die Region geholt zu haben. Teilnehmen werden alle von den Landesverbänden des Deutschen Skiverbandes (DSV) nominierten Sportler – darunter auch junge Talente ab 16 Jahren. Zuschauer dürfen sich also auf spannende Contests und „Wintersport im Sommer“ freuen. Sowohl am Start am Skilanglaufzentrum in Westfeld als auch am Ziel am Sahnehang sowie auf der Pastorenwiese sind Verpflegungsstände für Akteure und Gäste aufgebaut.

„Gute Erfahrungen gemacht mit dem neuen Loipenverein“

Loipenbetreiber ziehen Resümee und beraten über Finanzierung der Loipenpflege

Die Betreiber der Loipenskigebiete der Wintersport-Arena Sauerland haben sich am Dienstagabend in Girkhausen getroffen. Besonderes Augenmerk lag auf dem im vergangenen Spätherbst neu gegründeten Verein Nordicsport-Arena Sauerland e.V., der das Ziel hat, finanzielle Mittel für den nordischen Wintersportbereich zu generieren.

16 Loipenbetreiber und Touristiker trafen sich in der Skihütte auf der Steinert. Mit 40 bis 70 Saisontagen und zahlreichen vielbesuchten und schneereichen Wochenenden fiel das Resümee des zurückliegenden Winters sehr positiv aus. Auch die Entwicklung des neuen Vereins bewerteten die Loipenbetreiber als erfreulich. 88 Privatpersonen, Vereine, Tourist-Informationen, Hotels- und Ferienparks sowie Skiverleiher sind als feste Mitglieder eingetreten und unterstützen den nordischen Wintersport mit ihren jährlichen Beiträgen. Zusammen mit dem Verkauf von Tagestickets wurden 10.600 Euro Einnahmen erzielt. Diese fließen im kompletten Umfang den Vereinen zu, die meist ehrenamtlich für die Loipenpflege zuständig sind.

„Das ist eine gute Grundlage, für unsere Arbeit“, lobt Stefan Küpper vom Ski-Klub Wunderthausen. Der Vorsitzende der Nordicsport-Arena Sauerland e.V. weiß allerdings auch: „Das reicht jedoch noch lange nicht, um den gesamten Aufwand zu finanzieren. Hier muss noch viel getan werden.“

Die Mitgliedschaft im Loipenverein ist wie auch der Kauf eines Loipentickets freiwillig. Jeder Gast entscheidet selbst, ob er Unterstützung leisten möchte. „Wir haben aber sehr gute Erfahrungen gemacht“, weiß Küpper. In der Regel haben die Gäste großes Verständnis und zücken bereitwillig das Portemonnaie.

Die Vereine sind meist sehr motiviert, den Verkauf voranzutreiben, denn sie können die Ticketeinnahmen selbst behalten. Da wo der Verkauf funktioniert hat, haben die Vereine ein gutes Polster. Mitgliedsbeiträge werden nach gefahrenen Kilometern beim Loipenspuren aufgeteilt. Wer viele Loipentickets verkauft hat, bekommt auch hier eine stärkere Gewichtung. „Dieses System hat sich bewährt“, so Küpper

Der Loipenverein möchte künftig noch mehr Mitglieder gewinnen. Um Anreize für eine Mitgliedschaft zu bieten, möchten die Verantwortlichen Mehrwerte schaffen. Erste Ideen dazu haben die Anwesenden bereits beigesteuert. So könnten Mitglieder exklusive Informationen in Form von „Insidertipps“ erhalten oder an einem „Meet and Greet“ mit heimischen Sportlern teilnehmen. „Wir hoffen auf Unterstützung insbesondere von Hotels oder sonstigen touristischen Unternehmen, die von unserer Arbeit profitieren“, betont Küpper.

Saisonbilanz: Früher Winteranfang und Januar mit Spitzenwerten

136 Tage beschneite Skigebieten, 37 Tage Naturschneegebiete, 70 Tage Langlauf

Eine positive Bilanz zieht die Wintersport-Arena Sauerland für den zurückliegenden Winter. Zwischen November und März besuchten gut 900.000 Skifahrer, Rodler, Langläufer, Winterwanderer und Besucher der zahlreichen Events die Region. Vor allem der Januar lockte rekordverdächtig viele Gäste in die schneebedeckte Bergwelt.

Bis mindestens 2. April drehen sich noch zwei Lifte im Skiliftkarussell Winterberg.
Danach werden die Betreiber je nach Wetterlage entscheiden, ob sie noch bis Ostern Liftbetrieb in kleinem Umfang anbieten können.

Ski alpin
Zwischen 69 und 136 Wintersporttage (Stand 31. März) liefen die Lifte in den beschneiten Skigebieten. Die reinen Naturschnee-Skigebiete kommen dank des schneereichen Januars auf 16 bis 37 Tage.

Die erste Novemberhälfte war die kälteste seit 1980. Diesen Kälteeinbruch nutzten einige Skigebiete zur frühen Schneeproduktion. Hinzu kamen 24 Zentimeter Neuschnee. Nur einmal seit Beginn der Aufzeichnungen 1955 lag zu einem so frühen Zeitpunkt schon mal mehr Schnee (1974: 32 cm Ende Oktober).

Am Wochenende 12./13. November drehte sich im Skiliftkarussell Winterberg ein einzelner Lift, der dann während der Woche wieder still stand. Ab dem 19. November ging es ebenfalls mit einem einzelnen Lift weiter. Am 26. November kam das Skigebiet Ruhrquelle mit einem Lift dazu. Diese Zeit ist aufgrund des sehr schmalen Angebots und sehr geringer Besucherzahlen wirtschaftlich allerdings nicht sehr relevant. Erst ab Mitte Dezember wartete die Region mit einem breiteren Angebot auf, in dem Zuge zog auch der Besucherstrom etwas an.

Der Dezember brachte weitere Kältephasen, die die Skigebiete zur Beschneiung nutzen. Zu Weihnachten stand anfangs ein Angebot von 25 Liften bereit. Erst Ende Dezember stieg die Zahl auf 50 Lifte, allesamt auf der Grundlage von Maschinenschnee. Einsetzender Schneefall ließ das Angebot am Jahresanfang sprunghaft wachsen, auch reine Naturschnee-Skigebiete stiegen mit ein. So drehten sich 116 Lifte in der dritten Januarwoche.

Mit den niederländischen Krokusferien und dem deutschen Karneval stand ab Mitte Februar die zweite Hochsaison an. In dieser Zeit stand mit 50 bis 80 Liften ein gutes und konstantes alpines Angebot bereit. Die Saison fand ein vergleichsweise frühes Ende. Denn seit Mitte Februar gab es nur noch einen Dauerfrosttag.

Im Vergleich der Vorjahre war der März milder und weniger schneereich als im Durchschnitt. Nur einmal, in der Nacht zum 1. März, fielen noch einmal 13 Zentimeter Schnee. Der März wird voraussichtlich der drittwärmste seit 1990 (wärmer waren noch 2012 und 2014).

Ski nordisch
Der schneereiche Januar brachte auch den Loipenskigebieten den Durchbruch. In dieser Zeit stand ein flächendeckendes Netz mit Spitzenwerten von teils über 500 Loipenkilometern bereit. Aufgrund fehlenden Naturschnees reduzierte sich das Angebot Mitte Februar auf rund 350 Kilometer. Gegen Ende der Krokusferien waren nur noch 7 Kilometer im beschneiten Skilanglaufzentrum Westfeld gespurt. So kamen die Loipenskigebiete je nach Höhenlage auf 15 bis 50 Wintersporttage. Im beschneiten Skilanglaufzentrum Westfeld waren es 70.

Insbesondere im Januar meldeten die Loipenskigebiete einen großen Besucherzulauf. Nach zwei Wintern mit wenig Schnee und kleinem Angebot, strömten die nordischen Wintersportler in Scharen in die Region. Ähnlich wie die alpinen Skigebiete verzeichneten die Loipenskigebiete gemessen an der Schneelage zwar keinen Spitzenwinter, aber in der Hochzeit außergewöhnlich viele Gäste

Loipenverein
Im Gegensatz zu den alpinen Skigebieten haben die Loipenskigebiete keine Einnahmen. Doch hochwertige Angebote kosten Geld. Um die Qualität zu halten, hatte die Wintersport-Arena Sauerland bereits im Winter 2012/2013 einen Ticketverkauf auf freiwilliger Basis eingeführt. Im Dezember 2016 haben die Verantwortlichen zudem einen Loipenverein gegründet, deren Mitglieder durch ihre Beiträge den nordischen Wintersport stützen. 80 Mitglieder sind bislang beigetreten, darunter einige Gewerbetreibende. Außerdem haben Loipenskigebiete, Skiverleiher und Tourst-Informationen mehr als 1000 Tagetickets verkauft. Das ist deutlich mehr als in den bisherigen Wintern. Zurückzuführen ist dies nach Ansicht des Arbeitskreises nordisch auf die gute Naturschneelage. Aber auch darauf, dass sich unter den Langläufern die Einsicht verbreitet, dass finanzielle Unterstützung leisten muss, wer den Sport nachhaltig betreiben möchte.

110 Jahre Wintersport
Die Gründung des Skiklubs Sauerland im Februar 1907 und der Bau des Winterberger Bahnhofs im Herbst 1916 waren die entscheidenden Weichenstellungen zur erfolgreichen Entwicklung des Wintersports in der Region. Daran hat die Wintersport-Arena Sauerland im zurückliegenden Winter an vielen Stellen erinnert. Das Westdeutsche Wintersportmuseum und zahlreiche historische Aufarbeitungen online erinnerten an die damalige Zeit und die folgende Entwicklung. Höhepunkt war das Nostalgie-Skirennen in Neuastenberg am 5. Februar und die Anreise im historischen Zug mit Dampflock. In Knickerbockern und Wollröcken fuhren die Teilnehmer auf alten hölzernen „Latten“ wie vor über 100 Jahren zum Torlauf auf die Piste und zum anschließenden Skispringen auf die Naturschanze.

Leistungssport
Fast quer durch sämtliche Wintersportbereiche haben Leistungssportler aus der Wintersport-Arena Sauerland in den zurückliegenden Monaten internationale Erfolge eingefahren. Das dritte Januarwochenende war für den Bundesstützpunkt Winterberg/Willingen mit drei Erstplatzierungen das erfolgreichste aller Zeiten. Zwei Biathlon-Siege beim Weltcup in Antholz: Maren Hammerschmidt (SK Winterberg) triumphierte mit der Staffel. Nadine Horchler (SC Willingen) wurde Erste beim Massenstart. Noch am selben Wochenende holte Skispringer Stephan Leyhe (SC Willingen) mit dem ersten Platz im Team beim Spezialspringen in Zakopane/Polen die dritte Topplatzierung. Auch beim Neujahrsskispringen etablierte sich der Willinger mit Platz acht unter den Top Ten der Welt.

Alle drei Athleten hatten damit die Qualifikation für die Weltmeisterschaften vom 8. bis 19. Februar in Hochfilzen/Österreich geschafft. Dort holte Maren Hammerschmidt mit der Staffel Gold für Deutschland. Auch der Westdeutsche Skiverband (WSV) ist stolz auf seine Talente. Seit Gründung gab es keinen Winter mit größeren Erfolgen.

Ende Januar hatte der Bundesstützpunkt für den Kufensport in Winterberg hatte sein Glanzwochenende: Alexander Gassner (BSC Winterberg) schaffte es in Königssee erstmals in seiner Skeleton-Karriere auf einen dritten Weltcup-Platz.

Die Rennrodel-Doppelsitzer Robin Geueke und David Gamm (BSC Winterberg) gewannen Bronze bei der Rennrodel-WM in Innsbruck-Igls. Skeletonistin Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) erkämpfte sich in Königssee den obersten Treppchenplatz – nachdem sie zuvor schon EM Gold heimgetragen hatte. Nur drei Wochen später holte Lölling noch WM Gold.

Und auch der alpine Skibereich zeigte Erfolge: Andreas Sander (SG Ennepetal) hat bei der alpinen Ski-WM am ersten Februarwochenende in St. Moritz im Super G den siebten und in der Abfahrt den achten Platz belegt. Beim Weltcup-Finale in Aspen fuhr er in der Abfahrt auf Platz sechs.

Eventhöhepunkte
Vier Weltcups und die Special Olympics Deutschland rückten die Region immer wieder in den Fokus der sportlichen Öffentlichkeit. Schon am 26. und 27. November ruhten die Augen der internationalen Kufensport-Szene beim Viessmann-Rennrodel-Weltcup auf der Veltins EisArena in Winterberg. Vom 13. bis 15. Januar trafen sich die Top-Athleten in der Veltins-EisArena zum BMW IBSF Weltcup im Bob und Skeleton. Das FIS Weltcup Skispringen in Willingen lockte vom 27. bis 29. Januar die Sportprominenz und tausende Schaulustige zur Mühlenkopfschanze. Vom 6. bis 9. März fanden in Willingen die nationalen Spiele für geistig behinderte Menschen rund um den Ettelsberg statt. Und die weltbesten Raceboarder feierten ihr FIS Weltcupfinale im Parallel-Slalom am 18. und 19. März im Skiliftkarussell Winterberg.

Übernachtungs- und Tagesgäste
Der frühe Winteranfang machte sich in der letzten November- und in der ersten Dezemberhälfte wie gewöhnlich kaum bemerkbar bei den Übernachtungsgästen und wenig bei den Tagesgästen. Die Weihnachtsferien sind hinsichtlich der Buchungslage als sehr erfolgreich zu bewerten. Die meisten Orte melden ein deutliches Übernachtungsplus. Aufgrund der Naturschneelage setzte am letzten Ferienwochenende ein regelrechter Boom ein. Grund war, dass es bereits seit einigen Jahren keinen Schnee mehr in den Weihnachtsferien gegeben hatte. Im Januar blieben ebenfalls aufgrund der sehr guten Naturschneelage die Gästezahlen stabil. Im Kerngebiet war die Buchungslage durchweg sehr gut. So gab es so gut wie keinen Einbruch zwischen den beiden Hochsaisonzeiten.

Der Februar lockt üblicherweise Karnevalsflüchtlinge und niederländische Familie an, die in der Zeit Krokusferien haben. Trotz abnehmender Zahl der Wintersportangebote gab es im Februar im Kerngebiet eine gute Buchungslage. Die letzte Woche der Krokusferien Anfang März war schwach besucht, was aber nicht alleine am reduzierten Wintersportangebot lag, sondern auch daran, dass dies die Ferienwoche der Süd-Niederländer war, die die Wintersport-Arena weniger stark besuchen als die Niederländer im Norden und in der Landesmitte. Im März kurbelten die Special Olympics in Willingen und der Snowboard Weltcup in Winterberg noch einmal das Interesse am Wintersport an.

Ausblick
Bislang hat der Loipenverein ausschließlich auf Solidarität gesetzt. Für die kommende Saison wollen die Verantwortlichen Mehrwerte schaffen, um noch mehr Langläufer und Betriebe davon zu überzeugen, Mitglied zu werden. Das sollen unter anderem Dinge sein, die man sonst nicht kaufen kann. Eine Fahrt mit dem Loipenspurgerät könnte dazugehören oder ein Get-Togeher mit erfolgreichen, aktiven Sportlern. Zudem will der Vorstand überlegen, wie sich Gewerbetreibende durch ihre Mitgliedschaft ihren Kunden gegenüber positiv darstellen können.

Hintergrund-Information:
Die Wintersport-Arena Sauerland ist ein Zusammenschluss der Skigebiete in den Kreisen Hochsauerland, Siegerland-Wittgenstein, Olpe und der Gemeinde Willingen. Durch gemeinsame Vermarktung, stetige Qualitätsverbesserung des Wintersportangebots und Optimierung der Schneesicherheit hat sich die Region seit 2001 zur bedeutendsten Wintersportregion nördlich der Alpen entwickelt. Insgesamt wurden seitdem rund 105 Millionen Euro in den Ausbau der Angebote investiert. Weitere Informationen unter www.wintersport-arena.de.

Die Nordicsport Arena ist der nordische Sportbereich der Wintersport-Arena Sauerland. Einsteiger wie Profis finden hier hochwertige Winter- und Sommer-Sportangebote. Vielfältige, sorgfältig vermessene und beschilderte Strecken mit hohen Qualitätsstandards für Nordic Walking, Nordic Blading, Skiroller, Skiken, Skilanglauf und Schneeschuhlaufen.

Statistiken: 

Tabelle Winter im Vergleich seit 2001

verschiedene Statistiken

Frühjahrsskilauf im März und zwei Event-Höhepunkte

Wintersport-Arena meldet bis 60 Lifte am Wochenende – Highlight Special Olympics

Ein paar Zentimeter Schnee haben in der Wochenmitte die Berge der Wintersport-Arena Sauerland in frisches Weiß getaucht. Am Wochenende sollen erneut bis zu 60 Lifte laufen. Mit den Special Olympics am 6. und 9. März sowie dem Snowboard Weltcup am 18. und 19. März stehen zwei Saisonhöhepunkte erst noch bevor.

Ski alpin
Viele beschneite Skigebiete melden auch Anfang März noch gute Wintersportbedingungen. Zwischen 25 und 90 Zentimeter Schnee liegen auf den Pisten, eine Mischung aus maschinell erzeugtem Schnee und Neuschnee. Mehr als eine kleine Auffrischung waren die Schneefälle der Wochenmitte zwar nicht, doch das Skifahren macht so wieder mehr Spaß. Bis einschließlich Freitag sind in den Morgenstunden feste Pisten zu erwarten. Samstag und Sonntag lockt ein schöner Frühjahrsskilauf.

Langlauf
Aufgrund der geringen Neuschneedecke ist Langlauf derzeit ausschließlich im beschneiten Skilanglaufzentrum Westfeld möglich. Dort wartet ein sieben Kilometer langer, modellierter Parcours auf einer Schneedecke von 80 Zentimeter.

Wetter 
Noch bis in die Nacht zu Freitag melden die Wetterdienste Nachtfrost. Danach steigen die Temperaturen an, der Himmel klart auf und macht Platz für einige Sonnenstunden. Insbesondere der Samstag wird mit über fünf Grad mild, aber auch trocken. Am Sonntag sinkt das Thermometer schon wieder. Die Wetterdienste melden etwas Schneeregen. Die darauf folgende Woche bringt wieder mehr Kälte. Ob sich noch einmal ein richtiger Winter einstellt, muss sich erst noch zeigen. Zumindest bleiben die Schneedecken auf den beschneiten Pisten weitgehend erhalten. Das Liftnagebot wird sich wohl nur leicht reduzieren.

Special Olympics Deutschland, Winterspiele für Menschen mit geistiger Behinderung
Mit den Special Olympics, den Nationalen Winterspielen für Menschen mit geistiger Behinderung, vom 6. bis 9. März im Skigebiet Willingen steht der zweite Top-Event bevor. Bei den Nationalen Winterspielen in Willingen gehen ca. 700 Athletinnen und Athleten, darunter 39 Unified Partner ohne Behinderung, in sechs Wettbewerbs-Sportarten am Start.

Die Veranstalter sind sich sicher, dass trotz der geringer werdenden Schneereserven das Event stattfinden zu lassen. Für die Sportarten Ski Alpin, Snowboard, Ski Langlauf und Schneeschuhlauf wird in den kommenden Tagen je nach Wetterlage entschieden, ob eine Verlegung an eine andere Sportstätte in Willingen vorgenommen wird. Alle vorhandenen Schneereserven werden eingesetzt, um auch den Athletinnen und Athleten der Outdoor-Sportarten ihre Wettbewerbe zu ermöglichen. Die Special Olympics werden am Abend des 6. März an der Mühlenkopfschanze von Bundestags-Vizepräsidentin Ulla Schmidt MdB, Bundesvorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, offiziell eröffnet.

Hell / Dunkel Festival
Das Hell / Dunkel Festival kommt zum ersten Mal in ein Skigebiet und sorgt damit in Deutschland für ein Novum. Rund um den Parkplatz an der Talstation der Ettelsberg-Seilbahn finden vom 10. bis 12. März verschiedene Shows statt. Das Day Festival am Samstag, 11. März ist das Highlight beim ersten Event dieser Art in Willingen, bei dem bis zu 4500 Besucher erwartet werden. Von 10 bis 22 Uhr ist ein hochkarätiges Line-Up angekündigt.

Alpiner Skispass und elektronische Tanzmusik at it‘s best: das gibt es nur beim Hell / Dunkel Winter Festival – und dazu noch eine Menge drum herum: Wie zum Beispiel am Freitag die Pre-Party nach dem Flutlichtskifahren und am Samstag das After-Show-Event. Jeweils ab 22.30 Uhr bis 6 Uhr wird dann in verschiedenen Hütten und Bars gefeiert. Infos: www.hell-dunkel-openair.de

Snowboard Weltcup
Die Snowboard-Weltelite mit den deutschen Top-Athleten des Snowboard Verbandes Germany im Parallelslalom ist am 18. und 19. März im Skiliftkarussell Winterberg am Start. auch das Weltcup-Finale im Parallelslalom am Poppenberg-Hang im Skiliftkarussell Winterberg erwarten die Veranstalter über 3000 Zuschauer. Erstmals findet die Veranstaltung an zwei Tagen statt. Denn am Samstag, 18. März, wird es ab 11.25 Uhr zunächst im Einzel bei den Damen und Herren um den Sieg im Gesamt-Weltcup im Parallelslalom gehen. Mit dem Teamwettbewerb am Sonntag, 19. März, feiert die FIS in Winterberg Premiere. Die Sieger werden direkt im Anschluss ausgezeichnet.

Winterberg ist zum dritten Mal in Folge Ausrichter des Weltcup-Finales im Parallelslalom. Die Liftbetreiber im Skiliftkarussell Winterberg sind sich sicher, dass für die Veranstaltung mehr als genug Schnee vorhanden sein wird. Die aktuellen Bedingungen an dem Wochenende sind jedoch vom Wetter abhängig. Eines ist jedoch sicher: Sie werden das Beste für die Racer und Gäste herausholen.

Special Olympics Willingen 2017: Winterspiele gesichert

Bundestags – Vizepräside nt in Ulla Schmidt eröffnet am 6. März die Nationalen Winterspiele für Menschen mit geistiger Behinderung

Sechs Tage vor der Eröffnung der Special Olympics Willingen 2017, der Nationalen Winterspiele für Menschen mit geistiger Behinderung, geben die Organisatoren von Special Olympics Deutschland (SOD) und der Gemeinde Willingen grünes Licht für die Ausrichtung der Wettbewerbe.
„Nach dem jetzigen Stand können trotz Wärmeeinbruch auch alle Outdoor-Sportarten gewährleistet werden, das haben die Begutachtungen der Sportstätten und Gespräche von SOD und der Gemeinde am 27. und 28. Februar vor Ort ergeben“, so Dr. Bernhard Conrads, Präsident des Organisationskomitees und Erster Vizepräsident von SOD. Die hohen Temperaturen und der starke Wind der letzten Tage hatten die Durchführung einiger Wettbewerbe infrage gestellt.

Bei den Nationalen Winterspielen in Willingen vom 6. bis 9. März 2017 gehen ca. 700
Athletinnen und Athleten, darunter 39 Unified Partner ohne Behinderung, in sechs Wettbewerbs-Sportarten, einer Showveranstaltung und dem Wettbewerbsfreien Angebot an den Start. Insgesamt sind mehr als 2.800 Teilnehmer in die Winterspiele involviert, davon über 330 Betreuer, ca. 200 Familienangehörige und etwa 500 freiwillige Helfer.

Für die Sportarten Ski Alpin, Snowboard, Ski Langlauf und Schneeschuhlauf wird in den kommenden Tagen je nach Wetterlage entschieden, ob eine Verlegung an eine andere Sportstätte in Willingen vorgenommen wird. Alle vorhandenen Schneereserven werden eingesetzt, um auch den Athletinnen und Athleten der Outdoor-Sportarten ihre Wettbewerbe zu ermöglichen.

„Das geflügelte Wort – es wird alles Erdenkliche getan – stimmt hier zu mehr als hundert Prozent: Die Willinger um Bürgermeister Thomas Trachte und unser gesamtes Orga-Team unternehmen wirklich alles, um den Athletinnen und Athleten die Wettbewerbe und schöne Winterspiele zu ermöglichen“, berichtet Dr. Conrads. „Unser Motto ‚Gemeinsam stark‘ wird hier gerade in vorbildlicher Weise gelebt, dafür sind wir unseren Willinger Partnern sehr dankbar. So sind wir frohen Mutes, denn hier sind wirklich Veranstaltungsprofis mit Herz am Werk. Wie auch immer sich das Wetter entwickelt: Ganz Willingen freut sich auf die Athletinnen und Athleten, und wir werden gemeinsam die Nationalen Winterspiele 2017 feiern!“

Diese Gemeinsamkeit und Verbundenheit der Willinger mit der Veranstaltung unterstreichen auch die Voranmeldungen für inklusive Angebote und Projekte im Rahmen der Nationalen Spiele. „Mehr als 620 Anmeldungen für das Wettbewerbsfreie Angebot sowie mehr als 600 Schülerinnen und Schüler aus 26 Klassen, die am Fanprogramm teilnehmen – das sind großartige Zahlen!“ freut sich der OK-Präsident.

Die Willkommenszeichen in der Gemeinde sind nicht zu übersehen: Werbeschilder, Banner und Fahnen an den Ortseingängen und an der Mühlenkopfschanze weisen auf das nahende Großereignis hin und auch im Besucherzentrum werden die Gäste visuell schon auf die Special Olympics Willingen 2017 eingestimmt. In vielen Läden und Geschäften ist das Veranstaltungsplakat mit den „Gesichtern der Spiele“ im Schaufenster zu sehen, nicht selten verbunden mit einem Willkommensgruß an die Sportlerinnen und Sportler. Am 1. März 2017 erscheint eine 32-seitige Sonderbeilage der Waldeckischen Landeszeitung, die dann auch die Teilnehmer und Gäste der Winterspiele vor Ort erhalten.

Am Sonntag, dem 5. März 2017, findet um 17:00 Uhr in der Evangelischen Kirche in Willingen ausAnlass der Special Olympics Willingen 2017 ein ökumenischer Gottesdienst statt.

Die Nationalen Winterspiele werden am Abend des 6. März 2017 an der Mühlenkopfschanze in Willingen von Bundestags-Vizepräsidentin Ulla Schmidt MdB, Bundesvorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, offiziell eröffnet. Hessens Innen- und Sportminister Peter Beuth und Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, werden ebenfalls in die Eröffnungsveranstaltung involviert sein.

In der Show zur Eröffnung wirken Sportler, Show- und Musikgruppen aus der Region mit. Höhepunkt ist das offizielle Zeremoniell von Special Olympics mit Fahne, Hymne, Flamme und Eid der Athleten. Opern- und Musicalstar Anna-Maria Kaufmann, Botschafterin von Special Olympics Deutschland, wird auftreten und ihre Begeisterung für Special Olympics mit den Athletinnen und Athleten teilen.

Vor 110 Jahren: Sauerland entwickelt sich zur Wintersportregion

Gründung des Skiklubs Sauerland in Winterberg ist die Geburtsstunde

Es war ein illustrer Kreis, der sich am 23. Februar 1907 in Winterberg zusammenfand: Regierungsräte, Kaufleute, Lehrer, Apotheker, Oberförster und wohlhabende Unternehmer aus umliegenden Städten. Kaum einer von ihnen konnte richtig Skifahren, doch alle hatten ein großes Ziel vor Augen: Aus dem einsamen, armen Bergland eine Wintersportregion zu machen. Die Gründung des Skiklubs Sauerland (SKS) war vor 110 Jahren die Geburtsstunde des Wintersports im Westdeutschen Raum.

Zwei Dinge haben den Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung des Wintersports im Sauerland gelegt: Der Bahnanschluss Winterbergs im Herbst 1906. Und die Gründung des SKS im damaligen Winterberger Gasthof Vollmer, heute Leiße.

Die Menschen auf den höchsten Bergen des Sauerlandes führten ein hartes Leben. Freizeit kannten sie nicht. „Schneeschuhe“, wie Skier damals genannt wurden, waren kaum bekannt. Allenfalls Förster oder Waldarbeiter nutzen so etwas, um sich im Winter im hohen Schnee das Fortkommen zu erleichtern. Denn während die heutigen Skifahrer sehnsüchtig auf Schnee und Kälte warten, waren frostige Zeiten in früheren Zeiten eher Fluch als Segen. Gerade in den hoch gelegenen Dörfern des Sauerlandes bereiteten sie der Bevölkerung große Probleme.

Um die Jahrhundertwende tauchten wohl erste Skiwanderer aus den Städten des Ruhrgebiets und des Rheinlands auf, jedoch nur sehr vereinzelt. Denn die Reise in die abgelegene Bergregion war beschwerlich. Geschichten von Skiläufern aus Norwegen erreichten in jener Zeit auch das Sauerland und brachten einen findigen Kaufmann auf eine zündende Idee.

Im Februar 1906 bestellte der Winterberger Kaufmann Georg Brinkmann fünf Paar Skier aus dem Schwarzwald. Um bei den ungelenken Versuchen nicht gesehen zu werden, probierte er sie des Nachts am Herrloh aus. Er erzählte seinen Kegelbrüdern von seinen Versuchen, steckte diese mit seiner Begeisterung an – und begann einen erfolgreichen Handel mit Skiern. Mit der Eröffnung des Winterberger Bahnhofs war das letzte Teilstück der Bahnstrecke Bestwig-Winterberg fertig gestellt – und die Anreise aus den umliegenden Städten in die neue Wintersport-Region kein Problem mehr.

Der Ruf verbreitete sich schnell und zog wohlhabende Bürger aus den Städten herbei. Die Bewohner der armen Bergdörfer erkannten, dass sich hier neue Verdienstquellen auftaten.

Kluge, vorausschauende Köpfe nutzen die Gunst der Stunde und gründeten im den SKS, den Vorläufer des heutigen Westdeutschen Skiverbands (WSV) und infolge dessen nach und nach Ortsverbände im gesamten Sauerland. Zu den wichtigsten Aufgaben der Skiklubs gehörte die Beschaffung von Skiern, die Ausbildung von Skilehrern, die Organisation von Sonderzügen in die junge Wintersportregion und von den damals beliebten Skifesten. So waren es maßgeblich die Vereine, die für die Entwicklung des damals elitären Sports zum Breitensport verantwortlich waren.

110 Jahre Wintersport feiert die Region in diesem Winter. Eine Broschüre mit vielen spannenden Geschichten ist erhältlich im Projektbüro der Wintersport-Arena Sauerland. Die Entwicklung zeigt anschaulich auch das Westdeutsche Wintersportmuseum. Und in Tradition der Skifeste findet zudem alle zwei Jahre in Neuastenberg das Nostalgie-Skirennen statt.

Willingen-Doppel: Special Olympics Winterspiele stellen sich beim Skisprung Weltcup vor

Die Gemeinde Willingen freut sich in diesem Jahr auf zwei große Wintersportereignisse.

Dem „Kultweltcup“ im Skispringen am kommenden Wochenende folgen fünf Wochen später (6. – 9. März) die Special Olympics Willingen 2017, die Nationalen Winterspiele für Menschen mit geistiger Behinderung. Unter dem Motto „Gemeinsam stark“ gehen dann ca. 700 Athletinnen und Athleten in sieben Sportarten an den Start.

„Beim FIS Skisprung-Weltcup feiern wir am kommenden Wochenende mit der internationalen Skisprung-Elite und zehntausenden begeisterten Zuschauer unser jährliches Wintersport-Highlight, worauf wir uns sehr freuen“, sagt Bürgermeister Thomas Trachte. „Doch in diesem Jahr ist die Freude doppelt, denn mit den Special Olympics Willingen 2017 steht im März ein weiterer Wintersport-Höhepunkt an. Wir sind froh, dieses ‘Willingen-Doppel‘ ausrichten zu können, liegen uns doch beide Veranstaltungen und deren Gelingen sehr am Herzen“.

Da liegt es nahe, dass es im Rahmen des Skisprung Weltcups mehrere Hinweise auf die nachfolgenden Winterspiele geben wird. Zumal ein ausgesprochener Willingen-Fan, der Team-Olympiasieger, Weltmeister und Weltcup-Gewinner Severin Freund, sich für die Nationalen Winterspiele engagiert. Er und die Special Olympics Athleten Ralf Wilke (Ski Langlauf) und Kathrin Werthmüller (Ski Alpin) sind die „Gesichter der Spiele“ und gemeinsam auf dem Kampagnenmotiv zu sehen.

„Wir hatten uns schon so gefreut, dass Severin Freund hier in Willingen springt, wo er so gern hier ist!“, sagt Ralf Wilke, der selbst in Willingen aufgewachsen ist. „Jetzt drücken wir ihm die Daumen, dass er nach seiner Verletzung schnell wieder gesund wird und trainieren kann. Seit ich ihn persönlich kenne, bin ich noch mehr Fan. Er ist ein toller Sportler!“

Ralf Wilke und der Präsident des Organisationskomitees, Dr. Bernhard Conrads, werden am Sonntag vor dem Finale des Skisprung Weltcups – ca. 12.30 Uhr – im Interview mit Jürgen Bangert die Nationalen Winterspiele vorstellen. Videoeinblendungen, Informationen für die akkreditierten Journalisten und persönliche Gespräche von Athleten und Repräsentanten vor Ort kommen hinzu, um möglichst viel Aufmerksamkeit für die Winterspiele der Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung zu gewinnen.

„Es ist wunderbar, die sprichwörtliche Willinger Atmosphäre live erleben zu können“, meint Dr. Conrads, „und wir danken der Gemeinde und dem Skiclub Willingen für die Möglichkeit, so viele Menschen anzusprechen und zu unseren Nationalen Winterspielen einzuladen! Beide Veranstaltungen sind – mit den vielen unvergesslichen Momenten für Teilnehmer und Zuschauer – großartige Werbung für den Sport und seine verbindende Kraft!“
Bei den Nationalen Winterspielen in Willingen werden Wettbewerbe in den Sportarten Eisschnelllauf, Ski Alpin, Ski Langlauf, Snowboard, Floorball und Schneeschuhlauf ausgetragen, dazu kommt eine Show-Veranstaltung im Eiskunstlauf und traditionell das Wettbewerbsfreie Angebot.
Für ihre Wettbewerbe und Veranstaltungen können die Special Olympics Athletinnen und Athleten attraktive Sportstätten des Wintersportortes nutzen. So werden die Eröffnungs- und Abschlussfeier sowie die Sportarten Ski Langlauf und Schneeschuhlauf an der Mühlenkopfschanze stattfinden, in der Eissporthalle Willingen absolvieren die Eisschnellläufer ihre Wettbewerbe und die Eiskunstläufer ihre Show und auf dem Ettelsberg werden die Sportarten Ski Alpin und Snowboard ausgetragen.

Kurz nach den Nationalen Winterspielen in Willingen folgt im Nachbarland Österreich ein internationales Großereignis: Die Special Olympics World Winter Games 2017, die vom 14. bis 25. März 2017 in Graz, Schladming und Ramsau stattfinden. Insgesamt 115 Personen umfasst die Deutsche Delegation, davon 79 Athletinnen und Athleten, die in acht Sportarten an den Start gehen. Ihnen stehen 27 Trainer zur Seite. Zu den Weltwinterspielen für Menschen mit geistiger Behinderung werden in Österreich insgesamt mehr als 2.600 Athletinnen und Athleten sowie Unified Partner aus 107 Ländern erwartet.

Umfrage Beschneiung

In der Wintersport-Arena Sauerland sorgen rund 600 Schnee-Erzeuger für Wintersport von Dezember bis Märzl. Würden Sie auf die dadurch gestiegene Schneesicherheit verzichten?

Frau Holle und das Märchen von den Schneemengen der früheren Jahre

Geschichte der Beschneiung in der Wintersport-Arena begann in den 60er Jahren

Schnee ist ein wertvoller Rohstoff. Weißes Gold für hochgradigen Pistenspaß. Mutter Natur allein genügt den Ansprüchen heute nicht mehr. 110 Jahre Wintersport feiert die Wintersport-Arena Sauerland in dieser Saison. Was viele erstaunen mag: In den Anfangsjahren des Wintersports gab es auch nicht mehr Schnee als heute. Und die Versuche, mehr Schneesicherheit zu schaffen haben eine lange Tradition.

Vor 100 Jahren standen Wintersportveranstaltungen auf recht wackeligen Beinen. Deutlich mehr noch als heute. Die damals beliebten Skifeste mussten oftmals aufgrund von Schneemangel abgesagt werden. In schneearmen Wintern bangten die Menschen um ihre Einnahmen. Zeitungsberichte belegen, dass 1915 Einheimische an der Zukunft des Wintersports zweifelten, da „gefühlt“ die Winter weniger Schnee brachten als im Jahrhundert davor.

Schneearme Zeiten wechselten sich immer wieder ab mit schneereichen. Der Entsprechend war auch der Wintersport Schwankungen unterworfen. Kälter und schneereicher wurden die Winter erst ab Ende der 30er Jahre. Nach dem Krieg ließ Väterchen Frost hingegen wieder auf sich warten.

Früher gab es viel mehr Schnee? Erinnerungen können trügen!
Die außergewöhnlich schneereichen 60er Jahre waren für viele Skigebiete eine Art Startschuss. So betrug die Schneedecke auf dem Kahlen Asten 1963 bis 1970 sechsmal mehr als ein Meter. Der Winter 1969/1970 war mit einem Spitzenwert von 2,39 Meter der bisher schneereichste. In dieser Saison war Wintersport an rund 160 Tagen möglich. Und genau an diese Winter erinnern sich viele Menschen, wenn sie meinen, füher sei im Winter sehr viel mehr Schnee gefallen als heute.

Leider wurden die Winter Mitte der 70er Jahre im Sinne der Wintersportler wieder „schlechter“. Verantwortlich dafür war ein zunehmender Westwettereinfluss. Eine Art Tiefpunkt waren die besonders schneearmen 90er Jahre. In dieser Zeit entstand der Masterplan Wintersport-Arena, der den Grundstein legte zu den heutigen Beschneiungskonzepten. Doch Versuche, der Natur auf die Sprünge zu helfen, gab es bereits sehr viel früher.

Der frühe Wunsch: Mehr Schnee, mehr Sicherheit
Dass bei entsprechen tiefen Temperaturen aus fein zerstäubtem Wasser einer Art von Schneekristallen entsteht, entdeckten Forscher Ende der 40er Jahre in Kanada im Grunde durch Zufall. Damals versuchten Wissenschaftler in einem Windkanal die Vereisung von Düsentriebwerken zu testen. Die erste kommerziell genutzte Druckluftschneekanone gab es 1950. Ziel war damals schon, schneearmen Wintern vorzubeugen. In den 70er Jahren kamen die ersten Beschneiungsanlagen nach Europa.

Schon in den späten 60er Jahren starteten in Neuastenberg und im Wittgensteiner Land die ersten Experimente, mithilfe technischer Gerätschaften, Schnee zu erzeugen. Sie funktionierten nach dem Prinzip einer Feuerwehrspritze. Leider kam selbst bei großer Kälte nur nasser Schnee heraus. In den 80er Jahren gab es erneute Versuche. In dieser Zeit erfuhren Beschneiungsanlagen infolge einiger sehr schneearmer Wintern immer mehr Verbreitung.

Die erste erfolgreiche Schneeproduktion mit in Serie hergestellten Schneekanonen führte der Skiclub Willingen 1991 an der Mühlenkopfschanze durch. Im Winter 1994/1995 stand erstmals eine Schneekanone im Skigebiet Ruhrquelle und damit auf einer touristisch genutzten Piste. Die Geräte lieferten erst ab minus 5 Grad guten Schnee und waren nicht sehr effizient. Das reichte nur für Liftspuren oder Lücken in der Piste.

Eine entscheidende Wende leiteten die technische Weiterentwicklung der Hersteller und der Masterplan Wintersport-Arena ein. Im Winter 2003/2003 bewies das Pilotprojekt in Neuastenberg erstmals, dass flächendeckende Beschneiung ein Mittelgebirgs-Skigebiet wirtschaftlich sichern kann.

Die Technischen Möglichkeiten brachten die entscheidende Wende
Nach den schneearmen 90er Jahren nahm Anfang des 21sten Jahrehunderts nahm erneut der Osteinfluss zu, die Winter wurden wieder kälter. Was jedoch blieb, was das für ein Mittelgebirge typische wechselhafte Wetter, das zuverlässige Planungen und Kalkulationen für Gäste wie Touristiker unmöglich machte. Auf der anderen Seite stiegen Anforderungen an die Qualität des Wintersports. Immer mehr Sessellifte wurden gebaut, technisch hochentwicklete, leistungsstarke Pistenwalzen machen hochwertigere Pistenpflege möglich. Doch Investitionen in teils zweistelliger Millionenhöhe erfordern zuverlässige Angebote. Wintersportler buchen ihren Skiurlaub nur wenn sie wissen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit Schnee liegt. Viele Gründe, um die Beschneiungsanlagen weiter auszubauen und die Schneesicherheit zu erhöhen.

Schneesicherheit so hoch wie nie zuvor
Heute ist die Schneesicherheit in den beschneiten Skigebieten so groß wie nie zuvor. In der Region stehen über 600 Schnee-Erzeuger, die die Grundlage des gesamten Wintertourismus bilden. Ab minus 2 Grad produzieren sie guten Schnee. Sie funktionieren nach dem Prinzip der feinen Wasserzerstäubung, meist durch Propellerkanonen. Auch Schneilanzen, die mit Düsen arbeiten und besonders energiesparend sind, sind im Einsatz. Alle nutzen klares Wasser und die Umgebungstemperatur. Die Scherbeneisanlage, die auch bei Plustemperaturen arbeiten kann, ist eine Randerscheinung.

Bis heute sind 105 Millionen Euro in Schneesicherheit und Liftbau geflossen. Damit schicken die Betreiber Frau Holle nicht in Rente, aber greifen ihr zuverlässig unter die Arme. Gleichzeitig hat sich die Effizienz der Schnee-Erzeuger im Zuge der technischen Entwicklung deutlich erhöht. Beschneite Skigebiete in den Höhenlagen kommen dank der Beschneiung je nach Skigebiet auf durchschnittlich 80 bis 100 Wintersporttage pro Saison. Gäste und die gesamte Tourismuswirtschaft haben jetzt eine sichere Gundlage.