Wintersport-Arena Sauerland zieht ein überwiegend positives Saisonresümee
22. März 2011: Nach fast vier Monaten durchgehend Wintersport stehen bald in der Wintersport-Arena Sauerland die Lifte still. Liftbetreiber und Übernachtungsanbieter ziehen Bilanz. Sie blicken zurück auf eine erfolgreiche Saison mit 115 Betriebstagen im alpinen und 101 Betriebstagen im nordischen Bereich. Saisonhöhepunkt aufgrund des Schneereichtums klar der Dezember.
Schon am 26. November ging es los. Ohne Unterstützung von maschineller Beschneiung warteten die ersten Abfahrten auf unternehmungslustige Wintersportler. Auf 40 bis 115 Tage Liftbetrieb kamen die beschneiten Skigebiete. In Abhängigkeit von Höhenlage und Umfang der Beschneiung. Skigebiete ohne Beschneiung meldeten bis zu 50 Wintersporttage. Zu Spitzenzeiten drehten sich bis zu 115 Lifte. Die Bedingungen in den beschneiten Skigebieten waren fast durchgehend gut bis sehr gut.
Mit 101 Tagen steht der nordische Wintersportbereich dem alpinen nicht sehr weit nach. Nur einen Tag später als die Lifte waren am 27. November die ersten Loipen gespurt. Erst am 13. März stellte das letzte Loipenskigebiet den Betrieb ein. Während der schneereichen Zeit bis Mitte Januar waren bis zu 440 Kilometer Loipen mit meist guten bis sehr guten Bedingungen gespurt. Trotz des Mangels an Naturschnee stand den Skilangläufern in den letzten Wochen der Saison immer noch ein Angebot von rund drei Loipenkilometern im beschneiten Skilanglaufzentrum Westfeld zur Verfügung.
Rund 800.000 Skifahrer, Langläufer, Winterwanderer und Besucher der zahlreichen Events besuchten zwischen November und März die Wintersport-Arena Sauerland. Einen Besucherrekord bescherte der Dezember. Doch an den Vorjahreswert von rund einer Million reicht die Region in diesem Winter nicht heran. Im Dezember machte Schneefall bis ins flache Land hinein den Menschen Lust aufs Skifahren. Ergebnis war der best besuchte Dezember seit Bestehen der Wintersport-Arena Sauerland. In den schneearmen Monaten Januar und Februar war es trotz intensiver Information deutlich schwieriger, Menschen für den Wintersport zu begeistern.
Der Rückgang bezog sich insbesondere auf den Bereich der Tagesgäste. Dass belegen auch die Verkaufszahlen der Wintersport-Arena CARD. Sie bewegen sich nach ersten Einschätzungen auf Vorjahresniveau. Das Ticket ist gültig in sechs Skigebieten, mit einer Dauer von drei bis sieben Tagen im Angebot und wird meist von Urlaubern genutzt.
Dennoch sind die Betreiber der Skigebiete meist zufrieden mit dem Winter. „Wir bewegen uns hier auf einem sehr hohen Vorjahresniveau mit einem sehr starken Januar“, betont Wintersport-Arena-Vorsitzender Michael Beckmann. Während der Dezember im Vergleich zum Vorwinter ein sattes Plus eingefahren hat, ließen die Zahlen im Januar und Februar aufgrund der Witterung nach. Üblicherweise ist der Februar nach Weihnachten der zweitstärkste Monat. Doch machte sich hier eine Verschiebung bemerkbar. Die niederländischen Krokusferien sowie die Karnevalszeit, die üblicherweise für regen Besucherandrang sorgen, fielen ungewöhnlich spät. Sie reichten bis in den März hinein.
Dennoch sind die Touristiker der Wintersport-Arena Sauerland mit dem Saisonverlauf meist zufrieden. Während die beschneiten Skigebiete in der Regel auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken, fällt die Bilanz bei den Skigebieten ohne Beschneiung meist weniger positiv aus. In Abhängigkeit von der Naturschneemenge konnten nicht beschneite Skigebiete wie auch die meisten Loipenskigebiete gute Bedingungen meist nur bis Mitte Januar anbieten. Auch die Größe des Skigebiets spielt bei der Saisonbilanz eine Rolle. Während die großen Skigebiete und Loipenskigebiete weniger Einbrüche verzeichneten, klagen kleinere Skigebiete über einen deutlichen Besucherrückgang.
Ähnlich sieht die Situation bei den Übernachtungsanbietern aus. „Mit der tief verschneiten Landschaft wurde im Sauerland und Siegerland-Wittgenstein die Sehnsucht der Gäste nach einer winterlichen Waldgebirgskulisse angesprochen. Vor allem im Dezember und zum Jahreswechsel freuten wir uns über regen Besucherzuspruch - gerade auch bei ausländischen Gästen“, berichten Theo Melcher, Vorsitzender des Sauerland-Tourismus, und Thorsten Engels, stellvertretender Geschäftsführer des Touristikverbandes Siegerland-Wittgenstein, unisono. Nach ausgezeichneten Weihnachtsferien sei die Nachfrage im Januar aufgrund des Wetters jedoch wieder zurück gegangen. „Das wird sicherlich zu einem Minus im Januar und Februar im Vergleich zu den Vorjahresmonaten führen“, sagen Melcher und Engels.
„Rund 7,4 Millionen Deutsche fahren Ski. Das entspricht neun Prozent der Bevölkerung“, zitiert Michael Beckmann die Grundlagenstudie Wintersportland Deutschland der Deutschen Sporthochschule Köln. Hinzu kämen zwei Millionen Snowboarder und 2,4 Millionen Ski-Langläufer. Einer der Hauptquellmärkte für Wintersportler sei Nordrhein Westfalen. „Das zeigt, wie wichtig die Entwicklung hochwertiger Wintersportangebote für die gesamte Region als Urlaubs- und Ausflugsdestination ist.“
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