Spannende Museen machen Geschichte lebendig
Geschichte kann trocken und langweilig sein, wenn sie sich lediglich an Fakten und Daten aufhängt. Die Vergangenheit hat aber auch eine ganz andere Seite – im Museum wird die Historie lebendig und greifbar. Ein Spaziergang durch frühere Zeiten macht Erwachsenen und Kindern Spaß und ist bei aller Unterhaltung außerdem lehrreich. In der Wintersport-Arena Sauerland finden sich viele Stätten, die Geschichte zum Anfassen bieten.
Werkstatt der Schüsseldreher
Die Alte Werkstatt der Schüsseldreher im Bad Berleburger Ortsteil Girkhausen zeugt von der Kunst, mit simplen Mitteln und viel Know-how Essgefäße und –besteck für den täglichen Gebrauch zu fertigen. In diesem lebendigen Handwerks- und Heimatmuseum können die Besucher live erleben, wie einst Holzschüsseln gedreht und Holzlöffel geschnitzt wurden. Diese Tradition ist mehr als 475 Jahre alt. Menschen von heute erleben im Rahmen praktischer Vorführungen, wie ihre Vorfahren mit handwerklichem Geschick und primitiven Geräten nur unter Einsatz von Muskelkraft aus einem einzigen Holzrohling bis zu fünf Schüsseln herausgedreht haben. Auch den Werdegang der Verfeinerung von alten Techniken und den Übergang zur Verwendung maschineller Hilfsmittel stellen die Museumsbetreiber anschaulich dar.
Schmiedemuseum
In Arfeld findet sich eine Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Schmiede. Heute beherbergt das Gebäude ein spannendes Schmiedemuseum. Um die Jahrhundertwende wurden der Anlage eine Wagnerei und ein Wasserrad aus Metall zugefügt. 2004 kam ein weiterer Anbau hinzu, eingerichtet für den nach Originalzeichnungen nachgebauten Arfelder Hammer. Die Besucher finden also eine komplette historische Schmiedewerkstatt vor. Im Obergeschoss sind handwerkliche und landwirtschaftliche Gerätschaften ausgestellt.
Alexander-Mack-Museum
Schwarzenau ist ein kleiner Ort an der Eder. Bekannt wurde der Flecken durch den Grafen Henrich Albrecht, der dort am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts Glaubensflüchtlinge ansiedelte. Französische Hugenotten fanden in Schwarzenau eine neue Heimat. Später folgten Separatisten, die vor den in Orthodoxie erstarrten Kirchen aus ihren Ländern flüchten mussten und in Berleburg oder Schwarzenau ein zweites Zuhause fanden.
Der Schriesheimer Alexander Mack begründete anno 1708 mit der Taufe von sieben Erwachsenen in der Eder die heutige „Kirche der Brüder" - eine der ältesten Kirchen mit freikirchlicher Tradition. Nachdem die „Schwarzenau-Tunker" zwischen 1719 und 1735 nach Amerika auswanderten, zählt diese Kirche dort heute mehrere hunderttausend Mitglieder. Das Alexander-Mack-Museum vermittelt somit bedeutende Geschichte und ist Zentrum internationaler Begegnungen. Neben der religionsgeschichtlichen Vergangenheit werden die Ortsgeschichte Schwarzenaus und die bäuerliche Vorratshaltung dokumentiert.
Landwirtschaft und Brauchtum auf Hof Espe
Das Landwirtschaftmuseum Hof Espe in Bad Berleburg dokumentiert über den Zeitraum vom 18. bis 20. Jahrhundert das Leben und Arbeiten auf einem Wittgensteiner Bauernhof. Alle Einrichtungen und Gerätschaften stammen ausschließlich aus dem Raum Wittgenstein und vermitteln dem Besucher den Eindruck, als sei der Hof noch in Betrieb. Die Gäste können bäuerliche Wohnkultur und Handwerk, das die Bauern als Nebenerwerb betrieben, bewundern. Auch haus- und landwirtschaftliche Maschinen und Geräte werden präsentiert. Eine neue Abteilung zeigt Wild, Wald und Waidwerk aus dem heimischen Raum.
Museum der Stadt Berleburg
Das Museum der Stadt Bad Berleburg liegt im Zentrum der historischen Altstadt. Das ehemalige Bürger- und Geschäftshaus ist im Rahmen des Wiederaufbaues nach dem letzten großen Stadtbrand 1825 an dieser Stelle errichtet worden. Zum Thema Stadtbaugeschichte und Stadtbrände befindet sich eine Ausstellung im ersten Obergeschoss.
Die Geschichte des Hauses ist in die Museumskonzeption integriert worden. Im Kolonialwarenladen wird die Erinnerung an den Tante-Emma-Laden aus der Kindheit wach, als Einkaufen noch ein Erlebnis war.
Von besonderer Bedeutung für die Stadtgeschichte ist die Zeit des Pietismus in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in der Berleburg weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. Um ihres Glaubens willen Verfolgte fanden in Berleburg unter Graf Casimir und im Ortsteil Schwarzenau Asyl. Von dieser Zeit zeugen als besondere Exponate die achtbändige Berleburger Bibel und die so genannte Sauer-Bibel.
Eine weitere Ausstellung dokumentiert im Dachgeschoss ein Kinderleben in Wittgenstein - vom Säugling über das spielende Kleinkind bis zur dringend benötigten Arbeitskraft auf dem elterlichen Hof.
Neben diesen festen Einrichtungen des Hauses werden im Museum der Stadt Bad Berleburg regelmäßig kunst- und kulturhistorische Ausstellungen gezeigt.
Schieferschaubergwerk
Der Ort Raumland blickt auf eine mehr als 400-jährige Schiefertradition zurück. Anschaulich dargestellt wird die Gewinnung und Verarbeitung des dunkelblauen Natursteins im Schieferschaubergwerk. Drei Jahrhunderte lang war Schiefer ein begehrter Baustoff weit über Deutschlands Grenzen hinaus. Noch bis vor 30 Jahren gaben hiesige Gruben vielen Bürgern Arbeit und Brot.
Einen Besuch ist auch die kirchengeschichtlich sehr bedeutende Bonifatiuskirche in Raumland wert.