Saison 2009/2010 reiht sich ein in ein insgesamt sehr erfolgreiches Jahrzehnt
Insbesondere im Januar und Februar zogen immer wieder Schneeschauer über Deutschland hinweg, die Mengen an Schnee bis ins flache Land hinein brachten, wie es die Menschen in den Ballungsräumen seit vielen Jahren nicht mehr erlebt hatten. Darum wurde der zurückliegende Winter vielfach als „Rekordwinter“ bezeichnet. Was für die mittleren und tiefer gelegenen Regionen zutreffen mag, stellt sich in den hoch gelegenen, schneesicheren Skigebieten der Wintersport-Arena Sauerland vielfach anders dar.
Mit über 100 Skitagen war der Winter 2009/2010 zwar gut, jedoch nicht „rekordverdächtig“. Er ist seit 2002 der Siebte mit einer Bilanz von über 80 Wintersporttagen. Herausragend sind jedoch die Temperaturen. Die zurückliegende Saison war die kälteste seit 15 Jahren. Lang anhaltende, kalte Phasen kennzeichnen die Monate Dezember bis Februar. Schon der Dezember lang 1,1 Grad unter dem langjährigen Mittel der Tiefsttemperaturen. Am 19. erlebte die Region die mit minus 20 Grad kälteste Dezembernacht auf dem Kahlen Asten seit über 20 Jahren. Der Januar präsentierte die höchsten Minustemperaturen seit 1987. Mit durchschnittlichen Tiefstwerten um minus 6 Grad war er 3,1 Grad kälter als der seit 1961 errechnete Mittelwert. Rekordverdächtig ist in diesem Zusammenhang auch die Zahl der Eistage, das heißt die Tage mit Dauerfrost. Mit 29 lag sie seit 1979 im Januar nicht mehr so hoch. Die Höchsttemperatur betrug 0 Grad.
Mit bis zu 112 Zentimeter Naturschnee ist die Saison die dritte innerhalb von sechs Jahren mit einer maximalen Schneelage von über einem Meter auf dem Kahlen Asten. 2004/2005 waren es 114 und 2005/2006 154 Zentimeter. Diese Zahlen beweisen ein Mal mehr, dass die Winter der ersten zehn Jahre des neuen Jahrtausends im Mittel deutlich kälter und schneereicher waren als die 90er Jahre.
Selten zeigen sich so große Schneemengen und so dauerhaft kaltes Winterwetter, wie seit Dezember erlebt, in den mittleren und tiefen Lagen. Davon profitierten vor allem die kleineren Skigebiete ohne Beschneiungsanlagen sowie die nordischen Skigebiete. Zu Spitzenzeiten waren 500 Loipenkilometer gespurt, das hat es seit Bestehen der Wintersport-Arena Sauerland nicht gegeben.
Quelle der Wetter- und Statistikdaten: Sauerland Wetterportal und DWD
Tags: Saisonresümee, Wintersport-Arena
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Kalter Winter auch im Flachland
Der Flachländer konnte vielerorts auch zu Hause einen Winter entsprechend der tiefen Mittelgebirgslagen erfahren.
Auch in Berlin gab es seit langer Zeit mal wieder einen kalten langen und schneereichen Winter, der über 2 Monate dauerte. Von Anfang Januar bis Ende Februar gab es in Berlin Dahlem durchgehend Schneehöhen von 16 bis 38 cm, davon ca. 3 Wochen im Februar von 30 bis 38 cm. Die Monatsdurchschnittstemperatur im Januar 2010 betrug -4,8°C. Der Mittelwert Jan 1990-Feb 2010 für den Monat Januar liegt bei +1,0°C (Temperaturangaben aus Klimarechner http://www.wetteronline.de).
Schneehöhen von 20 bis 60 cm meldeten die meisten Wetterstationen in Norddeutschland über längere Zeit in diesem Winter. Über Wochen gehörten Ski und Rodel auch mit zum Stadtbild, zumindest in Ausflugsgebieten.
Rudolf Blais